Prinzip Hoffnung auf der IAA
Die neue Nüchternheit der Autobauer

Zum Start der weltgrößten Automobilmesse IAA in Frankfurt sind in der Branche positive Signale zu erkennen. Die deutschen Hersteller sind dabei jedoch nach Jahren enttäuschter Hoffnungen bescheiden geworden.

HB FRANKFURT. Trotz anziehender Verkaufszahlen auf dem Heimatmarkt trauen die Konzerne der Branche angesichts steigender Benzinpreise, der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kundschaft und des noch immer ruinösen Preiskampfes keine großen Sprünge mehr zu. Das Modellfeuerwerk auf der 61. Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt kann über die neue Nüchternheit nicht hinweg täuschen. Setzten die Manager in der Vergangenheit gerne auf kraftstrotzende Sport- und Geländewagen, stehen in diesem Jahr sparsame Autos im Blickpunkt.

"Die Rahmenbedingungen werden sich tendenziell eher verschlechtern", gab sich VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am Montag vor Beginn der weltgrößten Autoschau pessimistisch. Steigende Rohstoffkosten machten der Branche zu schaffen. Der Wettbewerb werde zunehmen, Überkapazitäten blieben ein Problem, "wenn nicht eine völlig unerwartete Marktbelebung eintritt". Konzernchef Bernd Pischetsrieder mochte nur von einer "leichten Trendwende" sprechen. "In Europa werden wir allenfalls eine stabile Entwicklung auf niedrigem Niveau sehen", sagte er. Europas größter Autobauer setzt daher weiter auf Kostensenkungen und eine höhere Produktivität.

Spekulationen, wonach bis zu 30 000 der 123 000 Arbeitsplätze in Europa auf der Kippe stehen, wies VW-Markenchef Wolfgang Bernhard als falsch zurück. "Die Zahlen sind völlig aus der Luft gegriffen", sagte er.

BMW-Chef Helmut Panke erwartet für 2005 nach Jahren der Stagnation im Inland wieder leichte Zuwächse. "Für den Gesamtmarkt gehen wir dieses Jahr in Deutschland von einem Wachstum von rund zwei Prozent aus", sagte er. Der deutsche Branchenverband VDA rechnet mit 3,3 Mill. Neuzulassungen in Deutschland, nur geringfügig mehr als im vergangenen Jahr. Panke verwies auf immense Belastungen für die Autobauer durch Währungsschwankungen und hohe Rohstoffpreise. BMW würde dadurch in diesem Jahr mit bis zu einer Milliarde Euro belastet, wenn der Münchener Konzern nicht "gegensteuere", sagte Panke.

Der neue Mercedes-Pkw-Chef Dieter Zetsche setzt auf Impulse durch die neue S-Klasse, die das Stuttgarter Unternehmen in Frankfurt präsentiert. "Ich hoffe, dass die neue S-Klasse eine Zäsur und einen Neubeginn darstellt." Zetsche, der zu Jahresbeginn 2006 auch Jürgen Schrempp an der Spitze bei Daimler-Chrysler abgelösen soll und schon jetzt bei Mercedes das Sagen hat, fordert trotz weiter schwacher Konjunktur wieder mehr Zuversicht. "Deutschland braucht in erster Linie einen mentalen Aufbruch. Wir können so vieles besser", sagte er. "Ich hoffe, dass die Bundestagswahl einen Akzent setzt, unabhängig vom Ausgang", fügte er hinzu.

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