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Richtig verhalten in Gefahrensituationen

Herbst- und Winterwetter machen das Autofahren mitunter schwierig. Da aber die meisten Autofahrer eher selten mit kritischen Situationen zu tun haben, wissen nur wenige, richtig zu reagieren. Doch die richtigen Handgriffe können geübt werden.

dpa/gms BONN/LANDSBERG. Herbst- und Winterwetter machen das Autofahren mitunter schwierig. Da aber die meisten Autofahrer eher selten mit kritischen Situationen zu tun haben, wissen nur wenige, richtig zu reagieren. Doch die richtigen Handgriffe können geübt werden.

Die wohl am häufigsten auftretende Notsituation ist Aquaplaning. Dabei schwimmt der Wagen auf Wasser auf und ist nicht mehr lenkbar. Grundsätzlich gilt laut dem Adac in München, dass Längsrillen auf der Fahrbahn sowie abgefahrene Reifen und zu hohes Tempo das Risiko von Aquaplaning erhöhen. „Das Aquaplaning ist stark vom Reifenprofil abhängig - wir empfehlen aber grundsätzlich auf gefährdeten Strecken nicht schneller als Tempo 80 zu fahren“, erklärt Johannes Hübner, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main.

Für den Fahrer ist Aquaplaning einfach zu erkennen: „Man hört so etwas wie einen Schlag durch das Wasser und spürt es in der Lenkung“, erklärt Carla Bormann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Das bedeutet, dass die Reifen ihre Haftung verloren haben. „Man sollte nicht bremsen, keine Lenkbewegungen machen, sondern die Geschwindigkeit durch Gas wegnehmen reduzieren“, sagt Achim Kuppinger von der Sachverständigenorganisation Dekra in Stuttgart. Zudem sollte laut Johannes Hübner sofort die Kupplung getreten werden, um den Wagen während der kurzen Schwimmphase zu stabilisieren.

Eine vielfach unterschätzte Gefahr ist der Seitenwind. Besonders wenn er in Böen mit Sturmstärke bläst, kann er ein Auto aus der Spur werfen. „Besonders gefährlich ist der Seitenwind zum Beispiel beim Überholen von LKW“, so Dekra-Experte Kuppinger. Vor dem Überholen hat der Fahrer sich an das Gegenlenken gegen den Wind gewöhnt. Im Windschutz des Lastwagens muss er dann die Lenkung den neuen Verhältnissen anpassen und sich danach wieder gegen den Wind stemmen.

Gerade dieser letzte Vorgang ist das eigentliche Risiko. „Besonders gefährlich ist es hier für große Geländewagen und Minivans“, warnt Hübner. Denn sie bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Der Fahrer darf sich nicht von der drängenden Windkraft überraschen lassen und muss die Lenkung festhalten.

In anderen Fällen wird es für Durchschnittsfahrer kniffliger. Das gilt speziell dann, wenn der Wagen wegen rutschigen Untergrundes oder Eis die Haftung verliert und ausbricht. „Gerade Glatteis ist eine Fahrsituation, die sich nicht wirklich beherrschen lässt“, sagt Ruprecht Müller vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern).

Immerhin macht der Mensch in einem ausbrechenden Wagen instinktiv das Richtige, indem er versucht, gegenzulenken. Trotzdem sollte sich niemand ausschließlich auf Instinkte verlassen. Ruprecht Müller rät, mit kleinen Lenkbewegungen einzugreifen und die Lenkarbeit nicht mit großen Einschlägen zu übertreiben.

Wie ein solches Manöver ausgeht, ist von der Situation und vom Können des Fahrers abhängig. Ungeübte sollten in einem Fahrzeug mit ABS zusätzlich einen Rat von Achim Kuppinger beherzigen: „Gerät das Fahrzeug außer Kontrolle, sollte man eine volle Notbremsung einleiten und bis zum Schluss mit dem Fuß auf der Bremse stehen bleiben.“ Denn ein bisschen Verzögerung ist immer noch besser als gar keine.

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