Studie
Neue Rabattrekorde auf dem Automarkt

Die Listenpreise sind bei den Autoherstellern in den meisten Fällen Makulatur. Die Rabattschlacht auf dem deutschen Markt ist in vollem Gange. Dennoch kommt der Absatz nicht wirklich in Schwung – das hat mehrere Gründe.
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DüsseldorfRabatte bestimmen den rückläufigen deutschen Automarkt stärker denn je. „Es gibt keine Anzeichen für eine Trendwende, im Gegenteil“, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Der Rabattindex des CAR kletterte mit 134 Punkten auf ein Allzeithoch. In den aktuellen CAR-Index, der dem Handelsblatt vorliegt, fließen verschiedene Komponenten ein. Danach stieg der Kundenvorteil aus aktuell 465 Sonderaktionen der Hersteller leicht auf 12,9 Prozent. Der durchschnittliche Händlernachlass auf die 30 beliebtesten Modelle sank leicht auf 20,1 Prozent – dafür zog der Anteil der auf Hersteller und Händler angemeldeten Autos um 4,4 Prozentpunkte auf 29,6 Prozent an.

Solche Eigenzulassungen und Rabatte sind problematische Verkaufshilfen, weil sie den Wiederverkaufswert eines Modells auf Dauer schmälern und die Gewinnspanne von Hersteller und Händler belasten. Die größte absolute Ersparnis unter den zehn größten Rabattaktionen können Kunden beim Citroën DS5 erzielen. Angesichts eines Kaufpreises von 30.490 Euro beträgt der Nachlass laut CAR 27,2 Prozent und damit 8.297 Euro. Mit 36,5 Prozent gibt Fiat den prozentual höchsten Rabatt auf das Modell Punto. Der Preisvorteil liegt bei 4.196 Euro.

Die Deutschen blieben angesichts der wirtschaftlichen Probleme in Europa und der Unsicherheit über die Zusammensetzung der künftigen Bundesregierung vorsichtig, so Dudenhöffer. Aus Sicht des Branchenkenners kommt ein strukturelles Problem dazu: „Die Autobauer haben noch immer keine Antwort auf die Kaufzurückhaltung der Jüngeren gefunden.“

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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  • Nun ja Stand der Technik...
    ein Auto ala Golf 2 oder 3 ist heute aufgrund der Sicherheit und Abgaswerte, ich sage nur mal Feinstaubplakette oder Fussgängersicherheit oder Airbags, per Gesetz nicht mehr zulassungsfähig. Und ganz ehrlich, ich möchte mir nicht vorstellen einen ernsthaften Unfall mit einem solchen Auto zu haben. Abgesehen davon, zu Golf II Zeiten war das Ölwechselintervall 7500km, bei einem modernen Auto 30 oder 50 tkm. Und ganz ehrlich, das Licht eines Golf 2 zu einem Xenon Licht verhält sich wie ein Grablämpchen zu einem Stadionflutlicht. Nicht ohne Grund zahlen die Besitzer solcher Fahrzeuge eine deutlich höhere Versicherungsprämie.

  • Lieber ein 5 Jahre altes Auto, das durch das Leasing bzw. die Finanzierung durch ist kaufen. Weil da ist man dann sicher, dass die Rückrufaktion schon durch ist!

  • Also ich baue mir gerade mein eigenes Aluminium-Auto für €3000 mit einer TüV-Einzelzulassung, weil es so ganz und garnix gescheites auf dem Markt gibt. Vielleicht biete ich das später mal als Bausatz oder Bauvorlage an...

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