Tricks der Autoversicherer
Kfz-Versicherung: Augen auf bei Vertragsabschluss

Der Preiskampf unter Deutschlands Autoversicherern setzt sich auch in diesem Herbst fort. Autoversicherer werben mit billigen Tarifen, doch viele Risiken bleiben bei den begehrten, preiswerten Kaskoversicherungen offen. Worauf Autofahrer bei der Wahl ihrer Versicherung achten sollten - und wo die Gefahren bei vermeintlichen Schnäppchen lauern.

KÖLN. Da der Kündigungsstichtag bei den meisten Verträgen der 30. November ist, werden die Autofahrer seit Wochen mit neuen Tarifen umworben. Ein Trend dabei: Billig. Die oft als Basistarif bezeichneten Verträge bieten zumeist nur abgespeckte Leistungen - sehr zum Ärger der Kunden, wie immer öfter Verbraucherschützer feststellen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Elch und einem Rentier? Diese Frage lässt sich je nach Blickwinkel verschieden beantworten. Wählt man die Perspektive eines Autoversicherers, lautet die Antwort: Ersterer zählt zu dem im Bundesjagdgesetz (§ 2) aufgezählten Haarwild, letzteres nicht. Für viele Autofahrer mit einer preiswerten Kaskoversicherung heißt das im Falle der Kollision, dass der Schaden beim Zusammentreffen mit dem Elch ersetzt wird, beim Rentier aber nicht. Aber auch weniger weit nördlich gibt es Leistungseinschränkungen, die sich nicht wirklich erklären lassen. So sind Zusammenstöße mit Kühen oder Schafen in vielen ländlichen Gebieten wahrscheinlicher als das Überfahren von Haarwild. Versichert sind die daraus entstehenden Schäden bei den Nutztieren in Basistarifen aber oft nicht.

Auch bei Bissschäden durch Marder sieht es oft mau aus. Denn versichert sind im Regelfall nur die Schäden durch Marderbisse an Kabeln, Schläuchen und Leitungen, nicht aber Folgeschäden. In den teureren Premiumpolicen sind diese hingegen oft mitversichert. Gleiches gilt für Betriebsschäden. Kommt das Fahrzeug allein auf Grund eines Betriebsdefekts zu Schaden, ersetzen dies allenfalls die teueren Angebote, sagt ADAC-Sprecher Paul Kuhn. Typische Quelle für solche Schäden seien geplatzte Reifen, die schnell kostspielige Reparaturen am Radkasten nach sich ziehen könnten. Reguliert würden diese Schäden bei den preiswerten Angeboten nicht. Beim Vergleich der Angebote sollten Autofahrer nicht allein auf den günstigen Beitrag schauen, rät der Bund der Versicherten daher. Ihre Vorsitzende Lilo Blunck meint: "Gute Bedingungen sind vorteilhafter als geringere Beiträge. Denn stimmt das Kleingedruckte nicht, kann das die Versicherungsnehmer später im Falle eines Falles teuer zu stehen kommen."

So ergeht es nach Beobachtungen des ADAC immer öfter auch Kunden, die einen so genannten Werkstatttarif abgeschlossen haben. Das sind Verträge, bei denen sich der Kunde verpflichtet, im Schadenfall eine Werkstatt aufzusuchen, mit der sein Kasko-Versicherer ein Abkommen geschlossen hat. Dieses Zugeständnis entlohnen die Versicherer mit Nachlässen von zumeist 15 Prozent, in Einzelfällen sogar 30 Prozent gegenüber dem regulären Tarif. Viele Versicherte scheinen sich über die Folgen eines solchen Werkstatttarifes aber nicht im Klaren zu sein. "Immer öfter schreiben uns unsere Mitglieder, dass sie Schäden nicht in den Vertragwerkstätten reparieren ließen und die Versicherer Abzüge vorgenommen haben", so Kuhn.

Rechtens, aber vielen Autofahrer nicht bewusst, ist auch die Praxis der günstigen Einstufung eines Zweitwagens, wie Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen berichtet. Bei manchem Versicherer werde der Zweitwagen bei der Erstanmeldung nicht mit mindestens 120 Prozent Schadensfreiheitsrabatt angesetzt, sondern so günstig wie das erste Fahrzeug. Damit lasse sich Geld sparen, solange man keinen Unfall verschuldet. Dann würden nämlich beide Fahrzeuge in eine höhere und damit automatisch auch teurere Schadenfreiheitsklasse eingestuft.

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