Unfalldaten-Speicherung
Kommt die Blackbox für Privat-Pkw?

Für die Einführung eines Unfalldatenspeichers für private Pkw hat sich der Deutsche Bundestag ausgesprochen. Damit ließe sich nachvollziehen, was in den Sekunden vor und nach einem Unfall geschehen ist.
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SaarbrückenFür die Einführung eines Unfalldatenspeichers (Blackbox) für private Pkw hat sich der Deutsche Bundestag ausgesprochen, das berichtet die Saarbrücker Zeitung. Damit ließe sich minutiös nachvollziehen, was in den Sekunden vor und nach einem Verkehrsunfall geschehen ist. "Für mich ist die Blackbox im Auto ein weiterer Baustein, um zu mehr Verkehrssicherheit zu kommen", sagte der Verkehrssicherheitsexperte der Union, Gero Storjohann (CDU), der Zeitung. Es sei nicht selbstverständlich, "dass alle Fraktionen das so sehen".

Gleichwohl sei eine Einbaupflicht noch entfernt. Es müssten zunächst datenschutzrechtliche Aspekte und Kostenfragen sorgfältig geklärt werden. Die Geräte würden dem Bericht zufolge mehrere hundert Euro kosten.

Das letzte Wort hat laut Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) die Europäische Kommission. Dieser liegt ein entsprechender Vorschlag des Verkehrsausschusses des EU-Parlaments vor, mit der Forderung, bis Ende 2012 einen Vorschlag mit Zeitplan und detailliertem Zulassungsverfahren vorzulegen. Angedacht ist eine schrittweise Einführung zunächst für Leihfahrzeuge und später für gewerbliche und private Pkw.

Eine von der Europäischen Kommission vor zwei Jahren in Auftrag gegebene Studie hat außerdem gezeigt, dass bei einer Blackbox-Pflicht die Unfallzahlen um zehn Prozent gesenkt werden könnten, heißt es in der Online-Version des Zeitungsberichts. Experten rechnen demnach dann mit einer weniger riskanten Fahrweise.

Bei Flugzeugen sind bereits seit vielen Jahren Flugschreiber an Bord installiert, die nach einem Crash wertvolle Daten zur Unfallursache liefern können.


Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse)
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motor-informations-dienst / global-press

Kommentare zu " Unfalldaten-Speicherung: Kommt die Blackbox für Privat-Pkw?"

Alle Kommentare

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  • @FalkNSteiner
    Seh ich genauso! Typische Hysterie-Debatte. Niemanden rammen oder überfahren und schon gibts kein Problem mit der Box.

  • @Privatier
    Ein guter Hinweis von Ihnen! Es gibt tatsächlich auch Unfälle ohne Schuldige.
    Wenn es keinen Schuldigen gibt, wird die Blackbox dafür sorgen, dass auch niemand zu UNRECHT beschuldigt und verurteilt wird, was nämlich heute leider durchaus vorkommt.
    Wenn jemand Unfallschuld auf sich lädt, kann mit der Box der Beweis erbracht und eine schuldangemessene Strafe verhängt werden. Wie gesagt, ohne Box geht das oft heute nicht mehr. Mir geht es nur um diese Gerechtigkeit, nicht um eine Totalüberwachung oder den Ausschluss jeden Risikos. Ich bin jahrelang begeistert Drachen geflogen und habe auch weiter gemacht, als ich einmal abgestürzt bin (kein Problem, meine Schuld gewesen: Strömungabriss wegen zu langsamen Flug im Landeanflug in 10 Metern Höhe. Thalhofer Drachen Schrott, ich GLÜCK gehabt, nur Prellungen).
    Was jemand für sich etwas riskiert ist das (s)eine Sache, was jemand anderen zumutet, eine Andere!

    Und, mal ehrlich: die einzigen, die sich vor der Box fürchten müssen, sind die, die schlecht fahren, damit andere schädigen und nachher lügen und nicht bereit sind die Konsequenzen zu tragen. Wer sonst? Ich versuche das alles gewissenhaft zu vermeiden und fühle mich deshalb von der Box überhaupt nicht bedroht. Und wenn ich blutig versagen sollte und andere schädige, könnte ja mal passieren, weil ich die erforderliche Sorgfalt ausser acht gelassen habe - dann ist es es völlig in Ordnung wenn ich dafür zur Verantwortung gezogen werde.

  • @denOpfernGerechtigkeit
    wollte nur darauf hinweisen, Unfälle werden immer passieren. Die gehören zum Leben.
    Keiner möchte Einen verursachen. Sie sollten auch die Kirche im Dorf lassen. Man sollte auch nicht immer nach Schuldigen suchen, wo es keine gibt. Oft ist ein Unfall ein Zusammenspiel unglücklicher Umstände. Oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.
    Ein Bekannter wurde von einem umfallenden Baum, im fahrenden Auto, erschlagen. Wäre er etwas langsamer oder etwas schneller gewesen würde er noch Leben. Ist natürlich rein hypothetisch aber so ist es halt, in der Praxis, mit allen Unfällen, nicht nur im Straßenverkehr.
    Klar muss sich ein Verursacher dafür verantworten. Er wird ja bestraft, wenn er was für den Unfall kann.

    Noch zur Technik: Heute wäre es ein Leichtes, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, über Navi und GPS so zu begrenzen, dass eine gravierende Geschwindigkeitsüberschreitung, der zulässigen Geschwindigkeit nicht mehr möglich ist. Warum macht man das nicht?!

    P.s. Sie riskieren Ihr Leben, solange Sie leben, jeden Tag aufs Neue, ob Sie aus dem Haus gehen oder ob Sie im Bett bleiben, ist dabei egal. Das ist, zum Glück, den Wenigsten bewusst. So ist das halt mit Unfällen.

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