Urteil des Amtsgerichts Norderstedt
Vorfahrt schützt nicht vor Mitschuld

Bei einem Unfall hat nicht automatisch derjenige Recht, der Vorfahrt hat. Eine Mitschuld erwartet zum Beispiel einen Autofahrer, der auf einer vorfahrtberechtigten Straße eine rote Ampel ignoriert und auf der darauffolgenden Kreuzung mit einem Fahrzeug zusammenstößt.

dpa/tmn BERLIN/NORDERSTEDT. Bei einem Unfall hat nicht automatisch derjenige Recht, der Vorfahrt hat. Eine Mitschuld erwartet zum Beispiel einen Autofahrer, der auf einer vorfahrtberechtigten Straße eine rote Ampel ignoriert und auf der darauffolgenden Kreuzung mit einem Fahrzeug zusammenstößt.

Das gilt, obwohl der andere Fahrer die Vorfahrt missachtet hat. Das teilt der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin mit und beruft sich dabei auf ein Urteil des Amtsgerichts (Az.: 42 C 422/06) in Norderstedt bei Hamburg.

Im verhandelten Fall ignorierte ein Fahrer, der auf einer Vorfahrtsstraße fuhr, eine rote Ampel. Diese regelte den Fußgängerverkehr, hatte allerdings nichts mit dem Fahrzeugverkehr im Kreuzungsbereich zu tun. Auf der Kreuzung kollidierte er dann mit einem Fahrzeug, das - entgegen des Vorfahrtsrechts - in die Kreuzung einbog.

Die Klage auf Schadensersatz des Vorfahrtsberechtigten wurde abgelehnt. Er habe sich gefährlich gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern verhalten. Beide Parteien mussten 50 Prozent des Schadens tragen.

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