US-Autolegende
Erwacht Studebaker wieder zum Leben?

Von den 1920er- bis zu den 1960er-Jahren brachte Studebaker viele stilistische und technische Meilensteine hervor, jetzt will eine Firma aus Colorado die US-Kultmarke wieder auferstehen lassen.
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Ann Arbor/USAEs klingt ja wie die typische amerikanische "Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär"-Story, die Ric W. Reed, der Chef einer Firma aus Colorado, da geplant hat. Der nämlich will in einem Sechstufenplan die alte Traditions-Automarke Studebaker wieder beleben, wie kürzlich die amerikanische Online-Plattform Left Lane News berichtet. 1966 hatte der US-Autobauer sein letztes Fahrzeug produziert.

Zunächst sieht der Plan vor, unter diesem Namen Roller mit E- und Verbrennungsmotoren zu bauen. Die Teile sollen in der Hauptsache aus China, Taiwan und Indien stammen. Später soll das erste Auto auf die Räder gestellt werden, möglicherweise eine moderne Interpretation des kompakten Modells "Lark" aus den 60er Jahren. Angeblich müsse das ein möglichst umweltfreundliches Hybridfahrzeug sein.

In weiteren Schritten will Reed historische Modelle wie Hawk und Champ wiederbeleben, die Produktion soll schnell wachsen. Mittelfristig werde die Marke zu den ganz großen auf dem amerikanischen Markt aufsteigen und an die Börse gehen. Das Portfolio soll Roller, Motorräder, Pkw, Pickups, Taxen und Stretchlimousinen umfassen.

Am 16. Februar 1852 hatte der deutschstämmige Farmer, Hufschmied und Wagenhersteller Henry Studebaker den US-amerikanischen Wagen- und Automobilhersteller gegründet. Studebaker war der erste Autohersteller in den USA, der eine Teststrecke betrieb. Von den 1920er- bis zu den 1960er-Jahren brachte die Firma aus South Bend/Indiana viele stilistische und technische Meilensteine hervor, darunter den klassischen Studebaker President (1929) und den Studebaker Champion von 1939.

Bereits zwei Jahre zuvor, 1937, gehörte der so genannte “Hill Holder” erstmals in einem Studebaker President zur Standardausstattung. Heute bieten viele Automobilhersteller die Anti-Rückroll-Technik als Berganfahrhilfe an.

Doch steigende Lohnkosten - es hat bei Studebaker nie einen Streik der Autogewerkschaft gegeben, und die Löhne und Rentenbeiträge waren die höchsten in der Industrie - zusammen mit Problemen bei der Qualitätskontrolle und dem Autokrieg zwischen Ford und GM in den frühen 1950er-Jahren führten dazu, dass sich die finanzielle Situation verschlechterte. Nach zwei nur kurze Zeit währenden Fusionen mit anderen Herstellern musste Studebaker die Produktion 1966 endgültig einstellen.

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