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Viele Verspätungen durch Warnstreiks bei der Bahn

Mit Beginn des Berufsverkehrs haben am frühen Freitagmorgen hunderte Beschäftigte der Deutschen Bahn in drei Bundesländern die Arbeit niedergelegt. Vor allem in Nordrhein-Westfalen blieben Züge in den Depots stehen.

dpa KöLN. Mit Beginn des Berufsverkehrs haben am frühen Freitagmorgen hunderte Beschäftigte der Deutschen Bahn in drei Bundesländern die Arbeit niedergelegt. Vor allem in Nordrhein-Westfalen blieben Züge in den Depots stehen.

Betroffen waren zunächst die Bahnhöfe in Köln, Dortmund, Saarbrücken und Trier. Dort legten rund 400 Eisenbahner die Arbeit nieder. Einige Züge im Fern- und Nahverkehr hätten „erhebliche Verspätung“ gehabt, in Saarbrücken seien Züge komplett ausgefallen, sagte Karl-Heinz Zimmermann, Vorstand der Gewerkschaft Transnet, in Köln der dpa. Tausende Reisende und Pendler mussten sich auf Behinderungen einstellen.

Mit den ersten Warnstreiks wollen die Gewerkschaften Transnet und Gdba Druck auf die Bahn und den Bund als Eigentümer ausüben, um bei einer Neuordnung der Bahn im Zuge des geplanten Börsengangs die Garantien des bis Ende 2010 bestehenden Beschäftigungspakt zu wahren.

Vor allem Werkstättenarbeiter, die für die Wartung der Züge verantwortlich seien, hätten sich an den Warnstreiks beteiligt, sagte Zimmermann. In Köln hätten am frühen Morgen rund 60 Mitarbeiter im Betriebsbahnhof zwei Stunden die Arbeit niedergelegt, in Dortmund seien es 120 Warnstreikende gewesen. „Schütze deine Bahn“, skandierten die Beschäftigten im Kölner Hauptbahnhof.

Im Verlauf des Vormittags sollten auch Warnstreiks in Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg und Paderborn folgen, sagte Transnet-Sprecher Michael Klein. Laut Zimmermann wurde insgesamt mit rund 1 700 Warnstreikenden gerechnet.

Die Warnstreiks beschränkten sich auf den Nah-, Fern- und Güterverkehr in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Rheinland- Pfalz. „Unser Ziel war, nicht so stark den Kunden zu treffen“, erklärte Zimmermann. „Wir wollten den Ferienverkehr nicht ganz so stark stören.“ Laut Bahnmitarbeiter Ewald Hell waren allein in Köln während des zweistündigen Warnstreiks sechs ICE-Züge mit Verspätungen zwischen 15 und 30 Minuten betroffen.

Die Bahn richtete unterdessen eine Service-Hotline ein. Unter der kostenlosen Rufnummer 0 8 000 99 66 33 können sich Fahrgäste über die aktuelle Situation informieren. Zudem kündigte die Bahn auf ihrer Internetseite an, dass Passagiere, die wegen streikbedingter Zugverspätungen oder -ausfälle ihre Reise nicht antreten können, den Reisepreis erstattet bekämen oder ihr Ticket kostenlos umtauschen könnten.

Bahnreisende zeigten Verständnis für die Aktion. „Jeder muss dafür sorgen, über die Runden zu kommen“, sagte Ingrid Heuser aus Gummersbach. Tarifkonflikte könnten jeden treffen. Auch Verspätungen würde sie in Kauf nehmen, „wenn man das mit dem Arbeitgeber regeln kann“.

Im Tarifkonflikt habe es auch am Donnerstag kein verhandelbares Angebot der Arbeitgeber gegeben, erklärten Transnet-Chef Norbert Hansen und der Vorsitzende der Gewerkschaft Gdba, Klaus-Dieter Hommel. „Das ist jetzt die Antwort der Beschäftigten“, sagten Hansen und Hommel. Mit den Arbeitsniederlegungen wollen die Gewerkschaften im Tarifkonflikt um eine Arbeitsplatzgarantie Druck auf den Bahnkonzern ausüben. Die jetzigen Aktionen sind laut Transnet die ersten größeren Warnstreiks bei der Deutschen Bahn seit Frühjahr 2003.

Die bis 2010 vereinbarte Beschäftigungssicherung für die rund 130 000 tarifgebundenen Mitarbeiter gilt bislang nur, solange die Bahn ihre heutige Struktur behält. Beim geplanten Börsengang könnte sich das ändern.

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