Vor allem unabhängige Anbieter betroffen
Auto-Sonderangebote belasten Leasing-Branche

Null-Prozent-Aktionen der Hersteller locken die Kunden an. Das macht den Leasing-Gesellschaften zu schaffen.

FRANKFURT/M. Frühbucher-Rabatt, ein Jahr Haftpflicht umsonst, Ratenfinanzierung bei null Prozent Zinsen. Ob Opel Corsa, Ford Ka oder der neue Golf – längst hat die Rabattschlacht in Deutschland auch den Automarkt erreicht. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Leasingbranche.

Vor allem die hersteller-unabhängigen Anbieter, die Autos von verschiedenen Herstellern kaufen und an ihre Kunden leasen, sind betroffen. „Hersteller-unabhängige Leasing-Gesellschaften können bei den Null-Prozent-Finanzierungen nicht mithalten“, erklärt Stefan Richter, Leasing-Experte der Unternehmensberatung Arthur D. Little.

Martin Starck, Sprecher der Geschäftsführung bei Süd-Leasing, räumte jüngst im Gespräch mit dem Handelsblatt ein, dass sich Privatkunden von den Sonderangeboten locken lassen. „Aber wir kommen damit zurecht, weil die Hersteller uns auch Rabatte zur Verfügung stellen. Wir haben schließlich auch eine Marktmacht bei den Herstellern“, bleibt er optimistisch.

Tatsächlich rechnen sich die Finanzierungsangebote häufig für den Kunden nicht. Denn was er an Zinsen spart, verliert er an Rabatt. Zudem bemerkt Berater Richter, dass die Sonder-Konditionen meist nur bei den Autos gelten, die die Hersteller sonst nicht loswerden: „Oft werden auch nur die Modelle mit Sonderkonditionen beworben, die sich nicht gut verkaufen - wie etwa die 7-er Reihe von BMW“.

Aber nicht jeder Kunde rechnet nach. Und die Lockwirkung der Angebote ist groß. „Die Kunden fragen gar nicht mehr nach Rabatten oder ob der Wagen später zurückgenommen wird“, klagt ein Sprecher der Deutschen Leasing, die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört. Die Folgen der Sonderangebote für das Geschäft der Deutschen Leasing sind nach Angaben des Unternehmens noch begrenzt. Denn das private PKW-Leasing mache nur zehn Prozent des gesamten Neugeschäfts mit Fahrzeugen aus, was dem Branchendurchschnitt entspricht. Der Großteil des Fahrzeugleasing, der der Deutschen Leasing im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro Neugeschäft gebracht hat, kommt vom Flotten-Leasing an Unternehmen. „Und da sind andere Faktoren wie Serviceleistungen entscheidend“, sagt der Sprecher.

Auch bei der zur KGAL-Gruppe gehörende Auto Service-Leasing (ASL) spürt man den Druck der Sonderangebote: „Sicherlich macht die Null-Prozent-Finanzierung uns zu schaffen. Da können wir gar nicht mithalten“, räumt Franka Zellerer ein, die verantwortlich für das neue Geschäft von ASL ist, Gebrauchtwagen an Privatpersonen zu leasen. Neuwagen sind für Privatkunden nicht im Angebot. Bei der zum genossenschaftlichen Verbund gehörenden VR Leasing sind die Sonderfinanzierungen ebenfalls ein Thema. Wie bei der Deutschen Leasing betont aber auch hier eine Sprecherin, dass nur zehn Prozent der PKW an Privatpersonen gehen.

Der Wettbewerb ist da. Doch eine generelle Trendwende sieht Leasing-Experte Richter noch nicht: In Deutschland – anders als in den USA – seien die Sonderangeboten noch kurzfristige Aktionen, um den Absatz anzukurbeln. „Wir sehen nicht, dass sich der Markt für die Leasing-Anbieter langfristig dreht“, bleibt er optimistisch.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%