VW-Markenchef Bernhard schlägt versöhnlichere Töne an
Wolfsburg vor Zuschlag für Gelände-Golf

Der für 2007 geplante Golf-Geländewagen Marrakesch wird nun doch wahrscheinlich in Wolfsburg und nicht im portugiesischen Werk Palmela gebaut.

FRANKFURT. "Ich glaube, dass wir das hinbekommen", sagte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard in Frankfurt. Bernhard verlangt für die Zusage Eingeständnisse der Arbeitnehmer, die die Kosten je Fahrzeug um 850 Euro senken sollen. Primär geht es um 1000 Arbeitsplätze, doch VW hat die Entscheidung zum Testfall für den Produktionsstandort Deutschland und den Haustarifvertrag ausgerufen.

Die endgültige Entscheidung über den Standort soll spätestens übernächste Woche fallen. Wahrscheinlich werden die beiden Verhandlungsparteien aber versuchen, sich noch vor der Aufsichtsratssitzung Ende kommender Woche zu einigen, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Bernhard betonte, sein Verhandlungsgegner, der Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh, sei sich des Ernstes der Lage bewusst und arbeite mit ihm an einer Lösung: "Wir müssen es schaffen, innerhalb des Haustarifvertrages wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte der Ex-Daimler-Manager.

Auch der niedersächsische Ministerpräsident, der den größten VW-Aktionär im Aufsichtsrat vertritt, machte sich indirekt für Wolfsburg stark. Ziel der Verhandlungen müsse es sein, "möglichst viele und sichere Arbeitsplätze zu erhalten". Doch er schränkte ein, dass es nicht sinnvoll sei, "Mitarbeiter zu haben, die keine Autos produzieren". In der Finanzbranche wird davor gewarnt, dass sich VW aus politischen Gründen doch noch auf einen Kompromiss einigen könnte. "Hinter das Verhandlungsziel darf VW nicht zurück. Wenn Wolfsburg den Zuschlag ohne die Zugeständnisse bekäme, wäre das ein schlechtes Signal für die Aktie", sagte Albrecht Denninghoff, Autoexperte der Hypovereinsbank.

Das VW-Papier ist seit Mai um mehr als 40 Prozent gestiegen. Zuletzt hatte VW-Chef Bernd Pischetsrieder den Kurs mit der Ankündigung beflügelt, das Ergebnis bis 2008 um netto vier Mrd. Euro verbessern zu wollen. Um dies zu erreichen, muss VW wegen der schwierigen Marktverfassung und steigender Rohstoffpreise die Kosten wohl wesentlich stärker senken als ohnehin schon geplant.

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