Werbeaktion zum 100. Firmengeburtstag
Wenig Applaus für Astons Martins Hubschrauber-Stunt

Wenn Aston Martin seinen 100. Geburtstag feiert, dann hängen die Erwartungen hoch. Den Auftakt machte eine Einpark-Aktion in Dubai, die zwar spektakuläre Bilder lieferte, im Internet aber auch auf Kritik stieß.
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Dubai/DüsseldorfBesonders hoch hinaus will im Jubiläumsjahr die britische Luxus-Sportwagenschmiede Aston Martin: Sie lässt einen Vanquish per Hubschrauber auf das Dach des bekannten Burj-Al-Arab-Hotels in Dubai fliegen. Flankiert wird das Spektakel von Fallschirmsprüngen. Reichlich Zuschauer findet das auch auf Youtube vermarktete Video derzeit, mehr als 250.000 sind es bereits seit dem 17. Januar 2013. Ob die Briten aber die überwiegend kritischen Reaktionen vieler Kommentatoren auch auf der Rechnung hatten?

Es sollte ein Auftakt nach Maß werden: Der mit zahlreichen Kameras und aus spektakulären Perspektiven aufgezeichnete Flug eines Agusta-Helikopters auf das Dach des insgesamt 321 Meter hatte die in 210 Meter Höhe gelegene Hubschrauber-Landeplattform zum Ziel.

Und das hohe Ziel passte ganz zum Auto, das unterm Hubschrauber, auf einer Plattform mit in die Luft ging: "to vanquish something" bedeutet im Englischen so viel wie "etwas bezwingen". Auf dem bezwungenen Hoteldach-Heliport angekommen, lösen Helfer die stählerne Trageplattform des neuesten Aston-Martin-Modells vom Hubschrauber, später sieht man im Video vor allem arabisch gewandete Interessenten interessiert um das Auto herumgehen.

"Das war alles? Ein Auto auf dem Hoteldach? Mehr fällt denen nicht ein?" So und ähnlich lesen sich die meisten der Kommentare unter dem ganz offiziell von Aston Martin bei Youtube veröffentlichten Video. Ein anderer Kommentator wünscht sich von dem Hersteller, er hätte das Firmenjubiläum im eigenen Land gefeiert, lieber mit den eigenen Mitarbeitern, als mit ein paar reichen Arabern.

Eine Kritik, die etwas vorschnell daherkommt, denn genau das hat Aston Martin auch geplant, aber erst später. Die Aktion auf dem Dach des einzigen Sieben-Sterne-Hotels der Welt soll die Feierlichkeiten zum 100-jährigen nur einläuten.

Zur Historie: Am 15. Januar 1913 hatten Lionel Martin und Robert Bamford im Londoner Stadtteil Chelsea eine Autofirma gegründet. Aus Bamford & Martin wurde bald darauf Aston Martin, weil Bamford mit den ersten Fahrzeugen des Unternehmens beim Aston-Clinton-Bergrennen in Buckinghamshire erfolgreich war.

Herzstück der 100-Jahr-Feiern wird eine große Geburtstagsparty in London am 20. Juli 2013 sein, am Tag darauf soll eine Parade von 1.000 Aston-Martin-Fahrzeugen stattfinden.

Zwar gibt es schon jetzt "Geburtstagsgeschenke" für die Kunden. Von jeder Aston-Martin-Baureihe werden jeweils 100 Fahrzeuge durchnummeriert als "Centenary Edition" aufgelegt. Sie zeichnen sich unter anderem durch spezielles schwarzes Leder mit silbernen Nähten, dem Firmenlogo in den Kopfstützen und Plaketten aus Sterling-Silber aus.

Im Preis inklusive ist auch eine Präsentationsbox. Ihr Inhalt: zwei gläserne Schlüssel, zwei exklusive Schlüsseltaschen aus dem Leder der Fahrzeugsitze, spezielle Manschettenknöpfe, ein Tintenroller aus Silber und Kopfhörer der Marke Bang & Olufsen. Nicht fehlen darf auch eine Silberpolitur, um die silbernen Plaketten des Sonder-Astons zu wienern.

Doch auch daran stören sich fleißige Video-Kommentatoren bei Youtube: Noch nicht einmal ein echtes Sondermodell zum 100. Geburtstag? Stattdessen ein anderes Leder und ein bisschen Autowachs? Manch einer hatte wohl schon ein echtes Sondermodell erwartet.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

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