Zetsche weiß, was den Partnern droht
Keine Angst vor der Dreier-Allianz

Eine interkontinentale Allianz zwischen dem Branchenführer GM und den Bündnispartnern Renault-Nissan ist unnötig, würde aber auch niemandem schaden. So schildern die meisten Konkurrenten ihre Sicht des Vorhabens, das einen Autogiganten mit einem Anteil von rund 25 Prozent am Automobil-Weltmarkt schaffen könnte.

HB PARIS. Natürlich sind die vom schwerreichen US-Finanzinvestor Kirk Kerkorian angestoßenen Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss der drei Konzerne aus den USA, Frankreich und Japan auch beim Pariser Autosalon Thema Nummer Eins der Branche.

Seit zwei Monaten verhandeln Renault-Boss Carlos Ghosn und der Chef des finanziell angeschlagenen GM-Konzerns, Rick Wagoner, ohne greifbares Ergebnis. Mit ins Boot nehmen würden sie auch Nissan. Renault hält 44 Prozent an Nissan, Nissan 15 Prozent an Renault. Wagoner und Ghosn pochen auf Eigenständigkeit, dennoch wollen die beiden Unternehmenslenker die Verhandlungen fortsetzen - zunächst bis Mitte Oktober. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat bereits Skepsis geäußert. Experten urteilen, GM werde vor der Partnerschaft wohl zurückschrecken, weil dem weltgrößten Autobauer das Risiko zu hoch sei.

Die meisten Autohersteller, die das Verhandlungsspektakel auf den Zuschauerrängen verfolgen, geben sich betont entspannt. Der Präsident des japanischen Branchenführers Toyota, Katsuaki Watanabe: „Egal, ob eine solche Allianz zu Stande kommt oder wie sie aussehen könnte - wir haben unsere Strategie, die wir verfolgen müssen.“ Wie der schärfste GM-Konkurrent übt sich Mazda in Gelassenheit. Vertriebschef Dan Morris sagte: „Wir konzentrieren uns auf unsere Kunden - dazu zählen wir GM nicht.“ Auf Mazda habe eine Zusammenschluss keinen Einfluss. „Wir sind o.k.“, sagte Morris.

Zeichen von Unsicherheit sind in Paris nur bei Europas größtem Hersteller Volkswagen spürbar. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder kommentierte mögliche Auswirkungen auf die unter Überkapazitäten leidende Industrie so: „Das wird sicher die Branche umwälzen. Die Frage ist nur, in welche Richtung.“

Ein Vorbild für eine Dreier-Allianz mit Präsenz auf den drei großen Absatzmärkten USA, Europa und Japan gibt es nicht. In interkontinentalen Zweier-Bündnissen üben sich neben Renault und Nissan Ford und Mazda sowie DaimlerChrysler. Die vom früheren Vorstandschef und verbalen Vater der „Welt-AG“, Jürgen Schrempp, angepeilte Allianz mit Mitsubishi verschlang Milliardensummen.

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