Youngtimer-Kauftipps
Wenn alte Liebe langsam rostet

Autos wie die "Ente" von Citroen: Sie haben Charme und Charakter, sie sind vergleichsweise billig und oft noch alltagstauglich. Eigentlich also kein Wunder, dass Youngtimer sich stetig wachsender Beliebtheit erfreuen. In jedem Falle aber sollte man beim Kauf von Autos, die 20 und mehr Jahre auf dem Buckel haben einige Profitipps beherzigen.
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dpa/tmn DÜSSELDORF/OLDENBURG. Sie haben Charme und Charakter, sind vergleichsweise billig und oft noch alltagstauglich: Youngtimer erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Autofahrer greifen zu jungen Klassikern wie dem Ford Capri, dem Mercedes W124, der ersten VW Golf-Generation, dem Opel Ascona, oder der Ente, die im halbjährlich veröffentlichten Oldtimer-Index des VDA zuletzt sogar hitverdächtige Preissteigerungen verzeichnete. "Die Autos unserer Väter üben auf uns offenbar einen ganz besonderen Reiz aus", stellt Alexander Mrozek vom Youngtimer Club mit Sitz in Oldenburg fest.

Doch mit der Begeisterung fürs ältere Blech steigt auch das Risiko. "Denn die Grenze zwischen intaktem Sammlerstück und Schrotthaufen ist fließend", mahnt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS in Losheim am See (Saarland). Wer sich zum ersten Mal für einen solchen Gebrauchtwagen interessiert, sollte deshalb ein paar Tipps beachten. Denn "einen Wagen aus erster Hand, voll ausgestattet und mit wenig Kilometern" wollten alle: "Aber der ist mittlerweile selten geworden", sagt Youngtimer-Spezialist Mrozek.

„Patina darf er ruhig haben“

Nach dem richtigen Auto gesucht werden kann in Kleinanzeigen in Zeitungen und im Internet. Doch das kann schnell mühsam werden. Erfolgversprechender sind mitunter die Veranstaltungen einschlägiger Youngtimer-Clubs. "Dort bekommt man oft wertvolle Tipps", sagt KÜS-Sprecher Marmit, "weil die Fans die vertrauenswürdigen Händler und deren Angebote kennen." Vor allem Laien empfiehlt Marmit den Weg zum Händler: "Das ist besser als der Privatkauf, weil der Profi der Gewährleistungspflicht unterliegt."

Hilfreich bei der Auswahl sind laut Mrozek auch Checklisten im Internet. Für die Fahrzeugbesichtigung empfiehlt er, sich zum Beispiel von jemanden begleiten zu lassen, der das entsprechende Auto selbst fährt und mögliche Macken kennt. Solche Kenner könnten etwa über Markenclubs gefunden werden.

Auf der sicheren Seite ist, wer sich für ein professionelles Gutachten entscheidet: "Je teuerer das Auto ist, desto eher lohnt sich auch der Besuch bei einem Gutachter", rät KÜS-Sprecher Marmit.

Ist der Traumwagen gefunden, wird die Lupe angesetzt: "Patina darf er ruhig haben, aber verrostet oder verrottet sollte er nicht sein", sagt Mrozek. Außerdem warnen die Experten vor auffälligen Umbauten, da verbastelte Autos schwerer zu reparieren sind. KÜS-Sprecher Marmit gibt zu bedenken, dass der Originalzustand vor allem später wichtig ist, wenn der Wagen nach 30 Jahren Laufzeit in Flensburg als echter Oldtimer registriert werden soll.

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