Infiniti
Nissans unbekannte Schönheit

Infiniti will aus dem Schatten ins Rampenlicht. Die Luxusmarke von Nissan hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, bis 2016 soll der Absatz vervielfacht werden. Wie der Angriff auf Audi und BMW gelingen soll.
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GenfSeit Herbst 2008 ist Infiniti auf dem europäischen Markt vertreten. Nach anfänglicher Euphorie ist es hierzulande schnell wieder leise um die Luxusmarke aus dem Hause Nissan geworden. Nur Experten ein Begriff, kam Infiniti nicht über den Status eines Exoten hinaus – 2010 verkauften die Japaner gerade einmal 6.000 Fahrzeuge in Europa.

Da war die Überraschung groß, als Infiniti im vergangenen Jahr das Ziel für 2016 verkündete. Bis dahin soll der Absatz in Europa auf 100.000 Fahrzeuge steigen, allein in Deutschland sollen es 20.000 sein. Das entspricht für den Kontinent einer Steigerung um den Faktor 16 in gerade einmal fünf Jahren.

„Das sind ambitionierte Ziele, das ist klar“, sagt Bernard Loire, Vize-Präsident für die Märkte in Europa, Afrika, Indien und dem Mittleren Osten (AMIE), im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Das wichtigste Element hierbei ist das Händlernetz. Wir arbeiten derzeit mit 50 Kundencentern in ganz Europa – notwendig sind mehr als 250.“ Für Deutschland peilt Loire etwa 40 Händler an. Eine Marke wie Porsche hingegen, die bereits jetzt in der Größenordnung von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr liegt, kommt allein im süddeutschen Raum auf so viele Händler.

Das zweite Element sei die Marke selbst. Erstmals seit Infiniti auf dem europäischen Markt vertreten ist, hat die Luxusmarke TV-Werbung geschaltet (mit dem Slogan „Von nun an ist die perfekte Gerade eine Kurve“).  „Unser erstes Ziel mit dieser Kampagne ist es, die Bekanntheit, die Achtung und die Meinung von der Marke Infiniti zu erhöhen“, so Loire. „Die ersten Ergebnisse, die uns vorliegen, sind sehr ermutigend.“ Allerdings sei auch das Sponsoring von Sebastian Vettels Formel-1-Team Red Bull Racing ein wichtiger Faktor bei dem Vorhaben, den Markennamen bekannter zu machen.

„Element Nummer drei sind unsere Fahrzeuge. Dazu werden wir weitere Produkte – für Europa maßgeschneidert – anbieten“, sagt Loire. Bisher besteht die Modellpalette aus Fahrzeugen, die vornehmlich für den amerikanischen Markt entwickelt worden sind – beispielsweise das 4,80 Meter lange SUV mit dem Namen FX. Diese soll in Europa durch eine komplett neue Baureihe im C-Segment nach unten erweitert werden. „Das soll dann unser volumenstärkstes Modell werden.“

Bisher werden alle Infinitis in Japan gebaut. Das neue Kompaktklasse-Modell wird aber nicht nur ein Auto für Europa, sondern es kommt auch aus Europa. „Es wird neue Fabriken außerhalb Japans geben“ so Loire. „Damit sind wir nicht mehr so abhängig von Japan – und dem starken Yen.“ Gerüchte, dass der Infiniti-Kompaktwagen von Magna Steyr in Österreich entwickelt und gebaut werden könnte, will Loire nicht bestätigen, aber er dementiert sie auch nicht. „Ja, es gibt diese Gerüchte, aber es ist bisher keine Entscheidung gefallen“, sagt Bernard Loire. „Da der Hauptmarkt für diese Modell in Europa sein wird, macht es auch ökonomisch Sinn, in die Nähe der Kunden zu gehen.“

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„Wir haben bei null angefangen“

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  • Wie wärs mal wenn die aufhören würden ständig unsere europäischen disgns zu kopieren...

    "http://www.tuningnews.net/news/080429/aston-martin-amv10-hr-01.jpg" irgendwie eine ähnlichkeit... nur wesentlich billiger optisch ;)

  • Genau den Nagel auf den Kopf getroffen..ich hatte schon mehrmals einen FX35 als Leihwagen in den USA. Sehr gutes Auto, vergleicht man amerikanische und europäische Preisliste, so könnte man denken, es handelt sich um verschiedene Hersteller.

    Sollte Nissan diese Preispolitik weiterhin fahren, so können die Manager ihre Investitionen zu 100% abschreiben..es wäre schade um die guten Autos.

    Sollte Nissan die Preise nach unten korrigieren, so könnte endlich auch Bewegung in die Listenpreise der deutschen Hersteller kommen

  • In wichtiger Faktor, auf den dieser Artikel überhaupt nicht eingeht, ist der Preis. Infiniti sind in Amerika Luxusfahrzeuge mit hoher Standardausstattung, die zu einem Spottpreis zu bekommen sind. In Europa versucht man aber mit Image zu punkten und den erzielbaren Preis möglichst weit oben zu halten. Man sieht ja, dass es bei BMW, Audi, Mercedes usw. funktioniert. Jetzt erhofft man sich mit dem Infiniti in der gleichen Preisregion ein Teil der Gewinne der Etablierten abschöpfen zu können. Das wird aber nicht funktionieren. Ich denke, beim Infiniti funktioniert der Verkauf in aller erster Linie nur über den Preis. Wenn ich da nicht einen Hammerpreis mit einer Hammerausstattung im Werbeprospekt sehe, mache ich mir noch nicht mal die Mühe in so ein Infiniti-Autohaus zu gehen und mir so ein Fahrzeug anzuschauen. Leider fahren die ausländischen Autokonzerne alle die gleiche Strategie. Anstatt durch Preiskampf die Kunden von den deutschen Autos wegzulocken, versuchen sie lieber auch in die obere Preisliga zu kommen. Das sollte man über die Jahre inzwischen gelernt haben, dass das nicht funktioniert. In Amerika hat man sich damit abgefunden. In Deutschland meinen die ausländischen Autobauer, ist der Autokäufer so dumm, dass er völlig überteuerte deutsche Fahrzeuge kauft. Dann ist er bestimmt auch so dumm und kauft genauso teuere Importfahrzeuge. So wird Infiniti weiterhin ein Exot bleiben.

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