17,6 Sekunden bis Tempo 200
Porsche 911 C4 Cabrio: Asphalt-Kleber statt Heckschleuder

dpa-infocom HAMBURG. Die Ikone Porsche 911 gilt vielen nicht nur als Sportwagen sondern als eine leicht kapriziöse Heckschleuder. Wer bei Straßenhaftung hingegen auf Nummer sicher gehen will, für den sind die Allradversionen Carrera vier und Carrera 4S das Richtige.

Zeitgleich mit dem Coupé wird auch der Frischluft-Elfer als 4x4 in zwei Leistungs- und Hubraumversionen am 22. Oktober 2005 auf den Markt kommen: Der 92 865 Euro teure Carrera vier hat einen 325 PS starken 3,6-Liter-Boxer-Motor. Der Carrera 4S für 103 073 Euro wird von 355 PS aus dem 3,8-Liter-Aggregat befeuert.

Optisch aufgepumpt Gedrungener als der heckgetriebene Elfer steht der vier auf dem Asphalt. Die Kotflügel am Heck sind je Flanke um 22 Millimeter breiter und betonen die ohnehin schon starke Taillierung des neuen Schwaben-Sportlers zusätzlich. Mit breiteren Hinterrädern der Größe 295/35 ZR 18 ruht der vier auf dem Asphalt, der 4S gar mit Rädern der Dimension 305/30 ZR 19. Damit wirkt der Allradler nicht nur kraftvoller, sondern ermöglicht dank erhöhter Wankabstützung auch schnellere Kurvengeschwindigkeiten.

Sportlerdress im Edel-Finish

Eine gelungene Mischung aus Schick und funktionaler Sportlichkeit bietet der Innenraum. Der Mix aus hochwertigen Kunststoffen, Leder und Metall setzt in der sportlichen Oberklasse Maßstäbe. Genügend Kopffreiheit und eine optimale Sitzposition finden selbst hoch gewachsene Personen, die sich zudem über die sehr gute Seitenführung des straffen und zugleich Langstrecken tauglichen Gestühls erfreuen.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Das Dach des 911 Cabriolets ist ein selbsttätig öffnendes Stoffverdeck. So bleibt es auch bei den klassischen Nachteilen einer mäßigen Geräuschdämmung und der geschlossen eingeschränkten Sicht nach hinten. Dafür verschwindet die nur 42 Kilogramm schwere Konstruktion auf Knopfdruck in nur 20 Sekunden elegant und vollständig hinter der Fahrgastzelle; auch während der Fahrt, bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h.

Ohne großen Wirbel

Ob geschlossen oder offen: Der drehfreudige und druckvolle Boxermotor im Heck ist akustisch stets präsent. Sein gänsehauttaugliches Röhren und Fauchen klingt zwar typisch 911, doch hat die neue Generation 997 noch eine eigene, hörenswerte Note erhalten. Zum Machosound gesellen sich bei schnell gefahrenen Autobahnetappen stürmische Windgeräusche, die im offenen Zustand ab 180 km/h Gespräche zwischen Fahrer und Beifahrer unmöglich machen. Trotz Lärm: Mit hochgeklapptem Windschott und geschlossenen Seitenfenstern spürt man selbst noch bei 200 km/h im Innenraum kaum Verwirbelungen.

17,6 Sekunden bis Tempo 200

Der 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor des S powert mit 355 PS bei 6 600 Touren und einem satten Drehmoment von 400 Newtonmetern bei 4 600 Umdrehungen. Das beflügelt zu imposanten Fahrleistungen: Der Sechsgang-Schalter sprintet in 4,9 Sekunden auf Tempo 100, die 200er-Marke knackt er nach nur 17,6 Sekunden. Der Vortrieb endet erst bei 288 km/h. Etwas niedrigere Fahrleistungen bietet der Carrera 4. Seine immerhin noch 325 PS reichen für einen 100-km/h-Sprint in 5,3 Sekunden und 280 km/h Top-Speed. Trotz Allradantrieb: Im Schnitt begnügen sich der kleinere Boxermotor mit 11,3 Liter und der große mit 11,8 Liter auf 100 Kilometer.

Sicher und schnell ums Eck

Die nur knapp 50 Kilogramm schwere Allradtechnik ist kein Energiefresser. Dank einer elektronisch gesteuerten Visco-Lamellenkupplung werden zwischen fünf und 40 Prozent der Kraft über eine Kardanwelle an die Vorderräder geschickt. Verlieren die Hinterräder an Traktion, wird in Millisekunden mehr Kraft auf die Vorderachse geschickt. Dann krallen sich alle vier Räder in den Asphalt und bieten so stets ein Höchstmaß an Traktion.

Sport und Spaß auf Knopfdruck

Schwächen im Fahrverhalten sind keine auszumachen. Das gilt auch in Sachen Komfort. Wer freiwillig noch intensiver die Unebenheiten der Straßenoberfläche spüren will, sollte sich das aktive Fahrwerk "Porsche Active Suspension Management" (Pasm) bestellen. Für den Carrera mit 1 508 Euro aufpreispflichtig, ist es beim S bereits Serie. Per Tastendruck schaltet man in den Sport-Modus. Dank variabler Stoßdämpfung liegt der 911 dann spürbar härter auf dem Asphalt. Wirklich nötig ist das nicht, bietet doch bereits der normale Modus mehr als ausreichend Haftung. Mehr zumindest, als für regelkonformes Fahren nötig ist. Dennoch sorgt der Druck auf die Sport-Taste für mehr Fahrspaß: Der Unterbau wird spürbar bretthart und die Straßenlage ist noch satter. Der an sich recht hohe Komfort nimmt dafür jedoch deutlich ab.

Fazit: Offener Highend-Elfer für mehr Sicherheit

Unterm Strich ist das normale 911 Cabriolet für 87 000 Euro schon ein beeindruckender Sportwagen, der mit seinem Heckantrieb sogar einen besonders attraktiven Fahr-Charakter bietet. Das kapriziöse Hinterteil sorgt eben auch für ein gewisses Maß an Faszination. Wer dennoch einiges mehr investieren will, sollte sich ruhig das ultimative 911 Cabriolet kaufen. Die S-Version bietet ganz einfach spürbar mehr Fahrspaß, der Allradantrieb sorgt für ein deutliches Plus an Sicherheit (vor allem auf nasser Fahrbahn) und die Keramikbremsen geben sich auch bei höchster Beanspruchung keine Blöße. Doch kostet diese Highend-Elfer 24 000 Euro Aufpreis. Ein Mehrpreis, den viele Porsche-Kunden gerne bereit sein dürften, zu zahlen.

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