Auch im Regen eine gute Figur
Zwei Sitze im Sauwetter

Man könnte jetzt Entschuldigungen finden. Dass ein Cabrio bei Regen erst richtig zeigt, ob es was kann, zum Beispiel. Oder dass der Mercedes SLK mit seinem versenkbaren Metalldach ein Allwetterauto sein will und das nun bitteschön auch beweisen soll.

Aber nein, seien wir ehrlich: Ein grauer, regendurchfeuchteter Mittag im Rheinland ist keine gute Zeit, um die neueste Version des Liebling-Offengefährts aus deutschen Landen zu testen: den Mercedes SLK in der 350er-Ausgabe.

Der guten Laune von Kirsten Schubert kann das nichts anhaben. Flotten Schrittes und mit knallrotem Mantel eilt die Chefin der Schubert Unternehmensgruppe durch das Sauwetter – über den Parkplatz in Düsseldorf-Oberkassel, hinter einem Rundbau, der die Zentrale des Unternehmens beherbergt.

„Sieht wirklich toll aus“, sagt sie bei der Annäherung an den Testwagen. Gebremst wird der Schwung erst nach dem Öffnen des Kofferraumdeckels: „Passt mein Schirm da überhaupt rein?“

Er passt. Aber auch die neue Version des SLK hat ihr größtes Problem am Ende. Bisher war der Transportraum bei geschlossenem Dach erträglich – für Roadster-Verhältnisse. Nun ist es fast umgekehrt: Wenn das Dach mit neuer Falttechnik verschwindet, ist hinterher erstaunlich viel Platz vorhanden. Doch eine Schutzkappe schränkt das Kofferraumvolumen bei geschlossenem Dach stark ein. „Mit so wenig Platz kann ich ja nicht mal allein auf Reisen geht“, urteilt Kirsten Schubert.

Und auf Reisen ist sie viel als Chefin eines Dienstleistungsunternehmens – Facility Management ist die offizielle Bezeichnung –, dessen Umsatz den dreistelligen Millionenbetrag längst überschritten hat: „Mehrmals in der Woche übernachte ich auswärts.“

Wer sie erlebt, wundert sich, warum sie noch nicht von den Medien herumgereicht wurde: Intelligent, gut aussehend, dynamisch und weiblich – das ist der Stoff, aus dem Sabine-Christiansen-Gäste gemacht werden. „Aber wir stellen lieber das Produkt in den Vordergrund. Man muss nicht alles mitmachen“, sagt Schubert.

Sie gibt lieber im Job Gas – und im SLK: „Der fährt richtig gut an.“ Sollte man erwarten – bei 272 PS. Sportlicher klingt er jetzt, röhrt voller als sein Vorgänger. Und windet sich locker über die Schleichwege Richtung Autobahn, über den ihn Schubert lenkt.

Der Weekend-Journal-Testerin gefällt das übersichtliche Cockpit, in das man sich schnell einfindet. Und der extrem hurtige Navigator: „So eine Geschwindigkeit hab’ ich selten erlebt.“ Nur so zum Spaß gibt sie ein Ziel ein, das sie bestens kennt – nicht mal eine Sekunde später erscheint die Route: Es geht nach Norden, Richtung Krefeld.

Dort lebt ihr Vater Christoph, der die Unternehmensgruppe 1967 gründete. Seit zwei Jahren hält seine ältere Tochter die Fäden in der Hand, er selbst berät, ist aber nicht ständig in der Firma präsent. „Krefeld, das ist nah genug und weit genug“, schmunzelt Schubert. Ihr linker Arm liegt entspannt auf dem Türpolster, einhändig lenkt sie den silbernen Roadster auf die Autobahn. Man merkt: Hier fährt jemand, der im Jahr viele Kilometer macht.

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