Autozubehör
Auto-Navigation: Fährte aufgenommen

Kaum ein Autozubehör ist derzeit so begehrt wie die handlichen Fährtensucher zum Nachrüsten. Die kleinen Navigationsgeräte an der Frontscheibe lassen viele festeingebaute Systeme alt aussehen. Und die Minis werden immer besser.
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DÜSSELDORF. Leichtmetallräder, Klimaautomatik, CD-Radio, Tempomat und Regensensor: Das Sondermodell der neuen 3er-Baureihe, das kürzlich ein Dutzend BMW-Händler aus dem Rheinland unter dem Motto "Mit großer Ausstattung zum kleinen Preis" anbot, ließ kaum einen Wunsch offen. Auch nicht den nach einem Navigationssystem. Doch statt des 2 308 Euro teuren Basissystems "Business" mit Farbbildschirm, Dachantenne und DVD-Spieler, das BMW Firmenkunden gerne ab Werk anbietet, gab es im 318 i "NRW" ein tragbares Navigationsgerät des Herstellers TomTom. "Vielen Privatkunden sind die eingebauten Geräte zu teuer", erläutert Frank Hakvoort, BMW-Händler in Siegburg bei Bonn und Mitinitiator der Verkaufsaktion, für die sich die Händler vorsichtshalber den Segen des Herstellers geholt hatten.

Preiswert nachrüsten statt teuer neukaufen - das war auch die Devise der Kunden, die sich vergangene Woche, keine 700 Meter von Hakvoorts Autohaus entfernt, in einer Aldi-Filiale um ein Sonderangebot balgten. Objekt der Begierde: das neueste Navigationsgerät von Medion, das der Discounter für 299 Euro anbot - mit 4,3 Zoll großem Farbdisplay, einer ein Gigabyte großen Speicherkarte samt einem Empfänger von aktuellen Verkehrsinformationen ein echtes Schnäppchen.

Ob beim Discounter, Autohändler oder im Elektronikmarkt - kaum ein Autozubehör ist derzeit so begehrt wie die handlichen Fährtensucher zum Nachrüsten. Speziell die Kompaktmodelle, die Bildschirm und Satellitenempfänger in einem Gehäuse vereinen, sind die Stars der Branche.

"Die Nachfrage nach den sogenannten Personal Navigation Assistants, kurz PNA, explodiert geradezu", berichtet Chris Jones, Forschungsdirektor beim britischen Marktforscher Canalys. Das gilt vor allem für Europa, den weltweit größten Markt für PNAs, auf dem derzeit gut 70 Prozent der Gesamtproduktion abgesetzt wird. Mit rund 670 000 Einheiten war Großbritannien nach Erhebungen von GfK Marketing 2005 der größte Markt, gefolgt von Deutschland (407 000) und Frankreich (295 000). Für 2006 rechnet man bei der GfK mit einem Absatz von 1,6 Millionen Geräten allein in Deutschland.

Nach den Prognosen von Canalys werden in Europa im laufenden Jahr etwa 9,5 Millionen portable Navigationsrechner verkauft, das wären mehr als doppelt so viele wie 2005. Weltweit wird der 2006er-Absatz von 13,5 Millionen Geräten bis Ende 2009 gar auf 37,2 Millionen klettern und sich damit fast verdreifachen, hat Canalys-Mann Jones hochgerechnet.

Der Boom ist noch größer, wenn man die Systeme hinzurechnet, die auf Mobiltelefonen und Taschencomputern laufen. "Wir erwarten, dass der Markt für Navigationsprodukte von heute 20 Milliarden bis 2020 auf ein Umsatzvolumen rund 300 Milliarden Euro steigt", sagt Rainer Grohe, Direktor bei Galileo Joint Undertaking (GJU). Sein Unternehmen baut im Auftrag der EU und der Europäischen Weltraumbehörde ESA derzeit die Infrastruktur auf das künftige Galileo-Satellitennavigationssystem auf, das dem Geschäft mit Navigationsrechnern ab 2010 nochmals einen Schub geben soll. 30 um die Erde kreisende Satelliten werden dann Positionssignale in bisher ungekannter Präzision liefern.

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