Begehrte Modelle
Polen legt bei Autoabsatz und Produktion zu

Mit 255 Autos pro 1 000 Einwohner liegt die Motorisierung Polens zwar noch erheblich unter der von Deutschland, wo nur 20 Prozent aller Einwohner kein Auto besitzen. Der Trend aber zeigt deutlich nach oben. Und wie beim westlichen Nachbarn spreizt sich auch Polens Pkw-Markt: preisgünstig oder luxuriös.

Für Erstere war 2005 kein gutes Jahr. Der EU-Eintritt erleichterte die Einfuhr von Gebrauchtwagen und ließ die Verkaufszahl fabrikneuer Klein- und Mittelklassewagen um 26 Prozent auf 235 521 Fahrzeuge sinken. Besonders stark davon betroffen war Opel. Kaum besser erging es VW mit einem Absatzrückgang von rund 20 Prozent. Doch es gab auch Gewinner. BMW setzte 2005 in Polen 30 Prozent mehr Autos ab. "Wir eröffnen neue Showrooms, und der Cayenne wird sehr gut angenommen", zeigt sich auch Leszek Kempinski, Sprecher des Porsche-Generalimporteurs Kulczyk Tradex, zufrieden. Laut Piotr Wojcik von Daimler-Chrysler Automotive Polska sind Mercedes der S-Klasse so begehrt, dass Kunden fünf Monate warten müssen. Mitte 2006 waren von dem Modell so viele Wagen verkauft wie im gesamten Vorjahr.

Doch nicht nur als Absatzmarkt, auch als Produktionsstandort erlebt das Land einen Boom. Inzwischen sind in Polens Autoindustrie 150 000 Arbeiter in 650 Unternehmen beschäftigt. Für Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, gibt es zur Produktionsauslagerung Ost keine Alternative. Zahlt die Autoindustrie in Deutschland Stundenlöhne von 33 Euro, liegt der Satz in Polen umgerechnet bei fünf Euro: "Ohne die Nutzung kostengünstiger Fertigungsstätten in den neuen EU-Mitgliedsländern wäre ein großer Teil der Produkte der deutschen Automobilindustrie gar nicht mehr wettbewerbsfähig."

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