Das kräftige Herz stammt aus dem Ford Mustang
Sattes Röhren wider die Vernunft

MG, hier zu Lande eher bekannt für den Frauenschwarm-Roadster TF, hat sich zu seinem achtzigsten Geburtstag ein Geschenk gemacht und seine Baureihe ZT zum Spaßmobil veredelt. Der Ledertaschen-Produzent Axel Bree präsentiert sich ungewohnt emotional und lässt sich von den 260 PS des Sportkombis mächtig beeindrucken.

HANDELSBLATT. Gut, dass es Handys gibt, mit denen man schnell mal ein paar Bilder schießen kann. Und gut, dass dieser Wagen so viel Sprit wegschlürft, dass der Halt an der Tankstelle fest zum Testprogramm gehört. So bleibt Axel Bree genügend Zeit, seinen elektronischen Alleskönner aus dem Jackett zu ziehen und dieses Fahrzeug mit zwei Schnappschüssen für die Familie festzuhalten: ein Bild vom unscheinbaren Heck – und eins vom umso markanteren Motorraum. Bree ist auf Trophäenjagd. Und dabei kennen sie sich doch erst seit ein paar Minuten . . .

Eine gute halbe Stunde vorher, Industriegebiet Isernhagen-Kirchhorst im Norden von Hannover: Bree, 36 Jahre junger Chef der renommierten deutschen Lederfirma, begutachtet die Bestuhlung des nagelneuen Sportkombis MG ZT-T 260. Die schwarze Sitzfläche besteht die Lederprüfung glatt, an den Seiten ist der Experte aber skeptisch: „Sehen Sie, hier ist ein ganz anderes Material vernäht. Ob das wirklich echt ist?“

Mit der Nase könnte er das am besten testen, aber die Mühe ist es ihm nun doch nicht wert, sich so zu verrenken. Schließlich sieht es anständig aus, und ganz abgesehen davon hat der Taschenmacher ohnehin keine allzu große Meinung von den Trendbezügen: „Diese Autoleder werden so fürchterlich mit Farbe zugekleistert. Da ist vom Material sowieso kaum noch was zu sehen. Was mich an Autos aber noch viel mehr stört, ist das oft wirklich schlechte Stoffdesign . . .“

Aber sprechen wir von anderen Dingen. Ablagen zum Beispiel: Ein routinierter Check führt Axel Bree behände durch den Innenraum. Alle Klappen angetickt, jede Lade geöffnet, das Handschuhfach genauso inspiziert wie die Türverkleidungen. „Nur eine Ablage“, murmelt er – da ist er sonst mehr gewohnt: „Platz ist die wichtigste Anforderung, die ich an ein Auto stelle“, sagt Bree. In seinem VW T4 gibt es davon wirklich reichlich: „Da passen Biertische rein, ich kann Baumstämme und Steine einsammeln, wenn ich sie unterwegs sehe. Ich hab’ sogar einen Kühlschrank . . .“

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