Drivers Seat
Alles Lack oder was?

Peter Becker, Präsident des Verbandes der Deutschen Lackindustrie hält den BMW 745d für ein Familienauto mit "sehr wohnlichem“ Innenraum. Vom „iDrive“ lässt er aber lieber die Finger.

Kommt er, oder kommt er nicht? Peter Becker macht die Probe aufs Exempel. Mit Zurufen will er seinen Isländer-Hengst an das Gatter locken, an dem wir stehen. Kurz blickt das kräftige, hellbraune Pferd auf, aber es lässt sich trotz aller lieb gemeinten Aufforderungen seines Herrchens nicht aus der Ruhe bringen und widmet sich weiter dem Fressen in Gesellschaft seiner Artgenossen.

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Auf dem Wiesenhof in der Nähe von Marxzell-Burbach bei Karlsruhe stehen die Isländer, für die Becker die Weekend-Journal-Testfahrt mit dem BMW 745d unterbrochen hat. „Das Reiten auf diesen Pferden zählt zu meinen liebsten Hobbys“, erzählt der Mann, der Präsident des Verbandes der Deutschen Lackindustrie ist. Dieser Industriezweig beschäftigt immerhin 250 000 Menschen und setzt rund 4,5 Milliarden Euro um.

Und von der deutschen Lackindustrie hat auch unser Test-BMW eine ganze Menge abbekommen. „So sind von den Einstiegsleisten über die Sitzverkleidungen bis zur unteren B-Säule alle Bauteile lackiert“, sagt Becker. Auch verweist der „Herr der Lacke“ darauf, dass die Außenfläche des „7er“ mit umweltfreundlichem Klarlack beschichtet ist.

Bei so viel Lack im und am Auto kann uns der Regen, der uns die ganze Testfahrt über ein treuer Begleiter ist, nichts anhaben. Er perlt einfach ab. Landschaftlich werden wir aber auch reichlich entschädigt. Von Karlsruhe starten wir zu einer Tour durch den nördlichen Schwarzwald. Wir durchqueren das Alptal, fahren an Gaggenau vorbei und nehmen Kurs auf Baden-Baden. In seinem Testwagen fühlt sich Becker wie zu Hause. „Man steigt in das Auto, und man kennt sich sofort aus. So muss es sein“, stellt er zufrieden fest. Dass der „7er“ durch ein neues, 4,5-Liter-Dieselaggregat in Wallung gebracht wird, fällt unserem Testfahrer erst bei ganz, ganz genauem Hinhören auf. Das Diesel-Nageln ist kaum zu vernehmen. Das wäre wohl auch noch schöner.

Becker würde als Präsident des Lackverbandes eine schlechte Figur machen, wenn er sich nicht auch den Innenraum des BMW vornähme und seinem fachfremden Beifahrer dabei genau die Stellen zeigt, wo noch Lack eingesetzt wurde. Zum Beispiel bei der Kunststoffverkleidung des Cockpits. „Sehr wohnlich“, findet Becker den Innenraum.

Dann fällt er seine Einschätzung: „gemütliches Familienfahrzeug“. Da werden die BMW-Ingenieure sicher anderer Meinung sein. Vielleicht kommt Becker zu seiner Auffassung, weil er kein Raser ist, sondern sein 330-PS-Gefährt sanft durch das kurvenreiche Gelände des nördlichen Schwarzwaldes steuert. In der Ruhe liegt die Kraft, scheint Beckers Maxime zu sein.

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