Drivers Seat: Bentley Arnage T
Spektakulär edel, aber altertümlich

Frank Erhard, Chef des Vermögensverwalters Rising Star, testet den Bentley Arnage T. Sein Urteil: Der Bentley ist wahre britische Autobaukunst und wer sich einen kauft, macht sich selbst ein Geschenk. Aber dafür findet er sich noch zu jung.

Zur Testfahrt mit dem Bentley Arnage T bin ich heute mit meinem Aston Martin Vanquish gekommen. Natürlich haben diese Fahrzeuge einen ganz anderen, verschiedenen Charakter. Der Aston Martin ist sportlich, während der Bentley große Ruhe ausstrahlt. Und doch haben beide Autos eine Gemeinsamkeit: Sie haben Klasse, Stil und Eleganz. Typische Attribute englischer Edelautoschmieden, von denen andere Luxushersteller deutlich entfernt sind.

Schon beim ersten Augenschein fällt die Mischung aus Luxus und Understatement des Bentley auf. Er wirkt zwar aristokratisch, aber eben auf eine britisch-angenehme Art. Gleichzeitig strahlt er eine Souveränität aus, die ich noch bei keinem anderen Automobil gespürt habe.

Bei langsamen Geschwindigkeiten gleitet man so ruhig dahin, dass man kaum eine Bewegung merkt. Und selbst wenn man auf der Autobahn stark beschleunigt, bleibt der Bentley stabil, und man fühlt die Sicherheit dieses Fahrzeugs. Einziger Wermutstropfen sind die zunehmenden Fahrgeräusche ab Tempo 200. Das hätte ich nicht erwartet.

Der Arnage ist der Klassiker unter den Bentley-Modellen. Im Vergleich zu den übrigen Modellen wie Continental GT und Continental Flying Spur wirkt er beinahe kantig und unförmig. Bentley gilt neben Rolls-Royce immer noch als Inbegriff britischer Luxus-Autos, obwohl der Hersteller inzwischen zu Volkswagen gehört. Der Arnage ist in drei Varianten als R, RL und T erhältlich. Das Modell Arnage T ist die Sportausführung: „One of the most powerful cars in the world“, heißt es wenig bescheiden bei Bentley. Der V8-Motor mit doppeltem Turbolader bringt 500 PS auf die Straße und beschleunigt die Limousine in Rennwagengeschwindigkeit von 0 auf 100: in 5,8 Sekunden.

Der Arnage T kostet den stolzen Preis von 284 000 Euro. Aus meiner Sicht ist das gerechtfertigt. Wer sich einen Bentley kauft, verlangt nach einem Gefühl von unbedingtem Luxus, er will etwas Besonderes und sucht natürlich auch den Auftritt. So ein Gefühl stellt sich nur ein, wenn auch das Preissegment des Fahrzeugs zu dieser Klientel passt.

Zudem bekommt man beim Bentley Arnage T auch entsprechend viel geboten: Nicht nur von außen ist der Wagen eine Augenweide, sondern auch im Innern. Das Armaturenbrett aus Eichenholzfurnier sieht spektakulär edel aus – und angemessen altertümlich. Sehr elegant ist auch die Lederausstattung, deren Qualität man bei der ersten Berührung sofort wahrnimmt. Und die runden, gediegenen Armaturen sehen aus wie die Instrumente auf der Brücke einer teuren Jacht. Nur ein Gedanke stört das Träumen auf dem Fahrersitz: Eigentlich würde man in diesem Wagen lieber im Fonds sitzen und sich von einem Chauffeur fahren lassen.

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