Driver´s Seat
Rennfrosch mit Muskeln

Die Lotus Elise ist ein Spaß-Auto für zwischendurch. Maxdata-Chef Jürgen Renz lässt sich zu einem heißen Flirt hinreißen.

Die Lotus Elise hat etwas von einer Leistungsturnerin: Sie ist klein, leicht und sehnig. Überall wölben sich Muskeln aus ihrem Körper wie Seile. Und sie hält beim Fahren die Spur mit der Präzision einer Akrobatin, die sich vom Reck schwingt.

Jürgen Renz ist ebenfalls klein und drahtig: Und er war früher selbst Turner, hat sogar die Deutsche Meisterschaft abgeräumt. 20 Jahre ist das jetzt her.

Und wie der 47-jährige Chef der Computerfirma Maxdata da so energisch über den Parkplatz schreitet, strahlt einen immer noch der gut trainierte, fröhliche Sportler von einst an.

„Das Design ist gewagt. Wie ein High-Tech-Turnschuh!“ lacht der tiefgebräunte Renz das britische Extremmobil an. Nur ein paar Kunststoffplatten, in kühnen Windungen auf den Rahmen aus Aluminiumprofilen gespannt, das Ganze von einem 192 PS starken Motor von Toyota und Yamaha vorwärts getrieben. Konstruiert wurde das Aggregat eigentlich für den mehr als 400 Kilo schwereren Toyota Celica. In dem ultraleichten Zweisitzer von Lotus entfaltet er mithin ungeahnte Kräfte – und beschleunigt den Wagen in 13 Sekunden auf 160 Sachen.

Renz, der Heilbronner, ist gerade erst mit Frau und Kindern ins Ruhrgebiet gezogen. „Es gefällt mir hier ganz gut“, sagt er und zeigt auf die Felder links und rechts der Schnellstraße, hier auf dem platten Land nahe dem Unternehmenssitz. „Vor allem im Vergleich zu Berlin und München, wo wir früher lange gelebt haben.“ Mit der Leichtigkeit des Ex-Turners klemmt sich Jürgen Renz sodann auf den dünn gepolsterten Schalensitz der Elise – und plumpst noch einmal zehn Zentimeter tiefer, als er ohnehin schon erwartet hatte. Der Maxdata-Chef lacht und zündet den Motor. „Man sitzt ja praktisch auf der Straße.“

Das dumpfe Grollen des Motors lässt die notdürftig zusammengesteckten Armaturen erzittern.

Offene Holme, simple Drehknöpfe und ein winziges Lenkrad lassen keinen Zweifel, dass es in diesem Fahrzeug nur um eins geht: Möglichst schnell um möglichst enge Kurven heizen.

„Das erinnert stark ans Go-Kart-Fahren“, freut sich Jürgen Renz und schwenkt die Elise energisch über die schmale Zubringerstraße vor der Maxdata-Zentrale. „Das Kurvenverhalten ist wirklich sagenhaft“, lobt Renz. „Ein richtiges Spaß-Auto.“

Jürgen Renz spurtet im zweiten Gang in Richtung Drehzahl-Begrenzer. Und dann, bei gut 6 000 Touren, macht Elise nicht etwa dicht, sondern lässt mit infernalischem Kreischen den Turbokick einsetzen – und der Wagen macht noch mal einen Satz nach vorn.

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