Erste Ausfahrt im McLaren 570S
Tiefflieger mit Straßenzulassung

Ferrari und Lamborghini haben die Briten schon bedrängt, jetzt nehmen sie Porsche 911 Turbo und Audi R8 ins Visier: Für McLarens 181.750 Euro teuren 570S muss man den Begriff Einstiegsmodell aber weit dehnen.
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McLaren hat das "Super" vor dem Sportwagen gestrichen, den Einstiegspreis um rund 50 000 Euro gesenkt und den V8-Motor um 51 kW/70 PS gedrosselt. Neben dem Geldbeutel wird damit auch das Gewissen entlastet. Zwar ist der 570S mit 328 km/h noch immer ein verboten schnelles Auto. Doch die leichtere Karosse, der schwächere Motor und die erste Start-Stopp-Automatik der Firmengeschichte drücken den Verbrauch auf 10,7 Liter (CO2-Ausstoß: 249 g/km). Es gibt Geländewagen oder Limousinen, die brauchen mehr.

Für Stammkunden mag der 570S ein Abstieg sein. Doch wer vorher einen anderen Sportwagen gefahren hat, erlebt das neue Modell wahrscheinlich als Aufstieg. Erstens sieht auch der 570S so böse und brutal aus, dass jeder freiwillig die linke Spur räumt. Wofür sonst haben die Designer zum Beispiel den Schmetterlingstüren die Treue gehalten und LED-Leisten in die Leuchten gelegt, die nur noch wenige Millimeter breit sind.

Zweitens leistet auch der Rumpfmotor noch immer 419 kW/570 PS und wuchtet 600 Newtonmeter an die Hinterräder. Bei einem konkurrenzlos niedrigen Trockengewicht von 1313 Kilo garantiert das einen Fahrspaß, wie man ihn in dieser Klasse selten erlebt und allein mit dem Sprintwert von 3,2 Sekunden gar nicht ausdrücken kann.

Erst recht, wenn man Handling und Antrieb mit zwei Tasten auf Angriff schaltet. Schon im Sportmodus wird der 570S spürbar wilder und im Track-Setup lässt er keinen Zweifel daran, das McLaren eigentlich eine Formel-1-Schmiede mit angeschlossener Serienfertigung ist. Das Auto macht sich bretthart, wird brachial schnell und brutal laut. Und wer sich damit um Kopf und Kragen fahren möchte, den wird die Elektronik im Zweifel nicht daran hindern.

Klar gibt es die üblichen Schutzengel, aber das Sagen hat am Ende immer der Fahrer - selbst wenn das Heck bisweilen ganz schön quer daher kommt. Nicht minder präzise als Audi oder Porsche, wirkt er damit viel authentischer, ehrlicher und emotionaler, ohne dass er gleich zur Diva wird.

Aber der 570S kann auch anders. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte als Alltagsauto und nicht nur als Sportwagen für gewisse Stunden konzipiert, nimmt sich der McLaren im normalen Set-Up spürbar zurück. Das Fahrwerk federt so weich, dass einem auch vor langen Strecken nicht bange wird, die Lenkung lässt lockerer und selbst der Krach im Nacken ist plötzlich nicht mehr ganz so infernalisch.

Draußen brüllt der V8 zwar weiter alles nieder. Aber drinnen kann man sich dann ganz normal unterhalten und entdeckt sogar so etwas wie Komfort in den überraschend dicken Ledersitzen, die man – noch eine Überraschung - elektrisch verstellen kann.

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