Fahrbericht: Ducati SuperSport
Eine Schönheit für alle

Ducati präsentiert mit der neuen SuperSport ein atemberaubend schönes Motorrad, mal wieder. Allerdings führt sein Name ein wenig in die Irre. Was für Alltagsfahrer sogar ein Vorteil ist.
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Die Besucher der Mailänder Motorradmesse EICMA haben sie zum schönsten Modell der Ausstellung gekürt – Ducatis neuestes Modell mit Namen SuperSport hat den Nerv nicht nur der verwöhnten italienischen Zweiradfans getroffen. Mit ihrer fast nahtlosen Verkleidung, die wie aus einem Guss die stromlinienförmige Figur betont, und dem luftigen Heck verströmt sie die typisch sportliche Eleganz, für die die Motorräder vom Stiefel berühmt sind.

Das Fehlen von Schraubverbindungen an der Kunststoffhaut, eine markant geschwungene LED-Tagfahrlichtleiste an der Front und die formschöne Einarmschwinge erhöhen die optische Wertigkeit der zweiköpfigen Modellfamilie: Neben dem roten Basismodell für 12.990 Euro steht eine SuperSport S zum Preis von 14.450 Euro in Weiß oder Rot bereit, das sich durch edle Öhlins-Federelemente sowie eine serienmäßige Soziussitzabdeckung und den Quickshifter unterscheidet.

Die äußerliche Ähnlichkeit zum Hypersport-Topmodell Panigale ist ebenso bewusst gewählt wie auch der Name Supersport, der auf ein gemäßigtes Ducati-Motorradkonzept aus den Neunziger Jahren zurückgeht. Dabei könnte beides im deutschsprachigen Raum durchaus falsche Assoziationen wecken: Diese Ducati ist nämlich nicht wirklich supersportlich oder gar extrem, das verdeutlicht schon die bequeme Haltung, die von hoch montierten Lenkerhälften, moderat positionierten Fußrasten und einer geräumigen Sitzbank herrührt.

Eine zweistufig von Hand verstellbare kleine Scheibe – während der Fahrt kaum möglich – leitet in der hohen Stellung den Fahrtwind nach oben an den Helm und entlastet dadurch den Oberkörper etwas. Noch mehr Tourentauglichkeit steuern auf Wunsch halbfeste Seitentaschen und eine höhere Scheibe aus dem Zubehör bei, die zusammen mit heizbaren Griffen als Touring-Paket ab Mitte des Jahres angeboten werden.

Hinter der hübschen Verkleidung lugt der stehende Zylinder des Ducati-typischen 90°-Zweizylinders hervor. Dieser ist eine angepasste Version des flüssigkeitsgekühlten Vierventilers aus dem Landstraßenfeger Hypermotard, der aus 937 ccm Hubraum maßvolle 113 PS bei 9.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 96,7 Nm schon bei 6.500 U/min erlöst.

Die neue Abstimmung hat dem Motor ein breites Drehmomentplateau verschafft, bei dem ab 3.000 Touren bis zum Ende des Drehzahlbands stets mehr als 80% des Drehmomentmaximums bereit stehen. Das macht den Desmo-Vau unheimlich gleichförmig: Schüttelt er sich unterhalb 2.500 U/min noch etwas unwillig, schiebt er darüber konstant voran bis zum sanft einsetzenden Begrenzer.

Das Fehlen eines ausgeprägten Schubbereichs macht die Kraft selbst für wenig versierte Fahrer sehr gut beherrschbar und die Gangwahl fast zur Nebensache. So lässt es sich im zweiten, dritten oder vierten Gang – neuerdings im Voll-LCD-Cockpit angezeigt – ohne Einbußen beim Vortrieb durchs Kurvenrevier streifen. Nachlässiges Schalten indes mag das Sechsganggetriebe nicht und man landet bisweilen zwischen den Gängen.

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