Fahrbericht: Nissan NP 300 Navara
Vom Zahnarzt empfohlen

Viel Zuladung, große Ladefläche und Allrad: Pick-ups wie der Nissan Navara bieten Vorteile, wenn man Sperriges von A nach B transportieren muss. Die Fahrzeugklasse ist nicht gerade handlich. Aber sie wird komfortabler.
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Zu den automobilen Bestsellern gehören sie in Deutschland nun wirklich nicht: Die mittelgroßen Pick-ups wie Ford Ranger, Toyota Hilux, Mitsubishi L200 oder VW Amarok sind hier anders als in Asien oder Südamerika eher selten anzutreffen. Nutzfahrzeuge mit offener Pritsche und mit einer Zuladung von rund einer Tonne gelten als zu groß, zu unhandlich, zu unkommod und zu durstig.

Der neue, ab Januar 2016 erhältliche Nissan NP 300 Navara möchte mit diesen Einschätzungen aufräumen, zudem will er durch Sicherheit, Ladekapazität sowie durch seine Offroad-Qualitäten überzeugen. Der in den Versionen King-Cab (2+2-Sitzer) und Double-Cab (Fünfsitzer) angebotene Pick-up kostet mindestens 25.095 Euro. Als Chassis steht er ab 26.798 Euro in der Preisliste.

Auf den ersten Blick sieht der Navara so aus wie man es von einem Pick-up erwartet: groß und imposant. Da nutzt es auch wenig, dass das Fahrzeug nun weniger klobig und eckig wirkt als sein Vorgänger. Kein Wunder, streckt sich die Version Doppelkabine – die mit Abstand beliebteste in Deutschland – auf stolze 5,33 Meter Länge. Dazu misst der Navarra in dieser Variante in der Höhe gute 1,80 Meter und in der Breite – die Außenspiegel mit eingerechnet – fast 2,10 Meter.

Die Vorteile der Abmessungen zeigen sich zum einen im Innenraum, zum anderen hinten auf der Pritsche. Die Kabine bietet reichlich Platz für die Passagiere. Das Interieur orientiert sich zudem nun an Vorgaben, wie man sie aus dem Qashqai oder X-Trail kennt. So kommt zumindest in den höheren Ausstattungslinien kein Nutzfahrzeug-Blues auf.

Hier gehören unter anderem Klimaautomatik, Leder, Lederlenkrad, Navigationssystem, Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer und ein elektrisches Schiebedach zum Serienumfang. Auch beim Thema Sicherheit hat Nissan aufgerüstet. Bergan- und Bergabfahrassistent sind bei den 4x4-Varianten Standard, ein autonomer Notbremsassistent ist optional erhältlich.

Trotz der großzügigen Kabine bleibt auf der Pritsche noch genügend Fläche für Ladung. Die Pritsche misst beim Double-Cab 1,58 Meter in der Länge (ein Plus von 6,7 Zentimeter). Für die einfachere Handhabung bietet Nissan zahlreiches Zubehör wie ausziehbare Ladefläche und Schienen an. Bis zu 1.062 Kilogramm dürfen zugeladen werden, bis zu 3,5 Tonnen beträgt die Anhängelast.

Für artgerechten Vorwärtsdrang steht ein 2,3-Liter-Vierzylinder-Diesel in den Leistungsstufen 118 kW/160 PS und 140 kW/190 PS. Die Motoren sind nach der noch für Nutzfahrzeuge gültigen Abgasnorm Euro 5 eingestuft. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechsgang-Getriebe, für den stärkeren Biturbo-Selbstzünder kann alternativ eine Siebengang-Automatik geordert werden. Im Vergleich zu den Vorgängeraggregaten sank der Verbrauch um rund 24 Prozent. So kommen die Schaltversionen auf durchschnittlich 6,4 Liter, Automatikfahrer müssen laut Normwert mit 7 Litern rechnen.

Mit dem 190-PS-Triebwerk unter der Haube und allem Komfort, den die höchste Ausstattungslinie bietet, vergisst man schnell, dass man mit einem 5,33-Meter-Schiff unterwegs ist. Der Fahrer thront erhaben über der Straße, die 450 Nm des Biturbos vermitteln Souveränität. Selbst auf mallorcinischen Bergstraßen wirkt der robuste Nissan noch relativ handlich, allerdings nur bis in engen Spitzkehren Gegenverkehr auftaucht. Schlagartig wird man sich der Fahrzeuggröße wieder bewusst und zirkelt behutsam um die Kurve und das andere Fahrzeug.

Man möchte dann auch nicht wirklich sich vorstellen, wie es wäre, mit dem Pick-up in ein typisches deutsches Parkhaus mit seinen schmalen Ein- und Ausfahrten geschweige denn zu kurzen und engen Parkbuchten einzufahren. Zum Glück geht die Testfahrt auf öffentlichen Straßen und steilen Waldwegen weiter.

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