Fahrbericht Volvo V40 D4
Eine schwedische Herzensangelegenheit

Nach und nach ersetzt Volvo seine Motoren durch die neuen 2,0-Liter Aggregate. Im kompakten V40 gibt es nun einen neuen Diesel aus dem Einheitsbaukasten. Wir haben ihn schon mal ausprobiert.
  • 2

Volvo stärkt sich noch einmal, ehe mit dem XC90 im nächsten Jahr eine neue Design-Ära eingeläutet wird. Wichtigste Neuheit aktuell sind die Drive-E-Motoren mit vier Zylindern. Weil die Schweden lange mit den fremden Herzen von Ford unter der Haube gefahren sind, wird die Motorenpalette nach und nach auf eine eigene Vierzylinder-Familie umgestellt und alle Aggregate, die mehr als vier Töpfe haben, werden verabschiedet.

Beim kompakten V40 bildet der bereits erhältliche Benziner T5 mit 180 kW/245 PS die Spitze. Neustes Herzstück bei den Selbstzündern ist der 140 kW/190 PS starke D4, der zugleich das Leistungsende bei den Dieselmotoren markiert.

Die beiden Triebwerke der Drive-E-Familie verfügen jeweils über vier Zylinder sowie zwei Liter Hubraum und erfüllen die Abgasnorm Euro 6. Ist der Benziner nur mit dem neuen Achtgang-Automatikgetriebe zu haben, steht beim D4 die Automatik als Alternative zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe.

Die neuen Motoren basieren auf einem gemeinsamen Block, egal ob es sich um Ottomotor oder einen Selbstzünder handelt. Identisch sind auch der Zylinderabstand, Bohrung und Hub. Diese Gemeinsamkeiten, Gleichteile wie beispielsweise bei Kurbelwelle, Ölwanne und Lichtmaschine sowie der kompakte Aufbau der Vierzylinder erlaubt unter anderem eine einheitliche Gestaltung des Motorraums.

Wer sanft anfahren will, muss seinen Gasfuß kontrollieren. Das neue Aggregat beschleunigt den 4,37 Meter langen Fünfsitzer ohne erkennbares Turboloch. Es bildet mit der präzise schaltenden Achtgang-Automatik ein harmonisches Duo, mit dem selbst hektische Überholmanöver gelingen. Die Automatik hat jederzeit den passenden Gang parat und vollzieht die Wechsel sanft.

Für die harmonische Kraftentfaltung sorgen zwei Turbolader. Ein kleiner ist für spontanes Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich zuständig, während ein zweiter, größerer Lader den nötigen Druck bei höheren Drehzahlen zur Verfügung stellt. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern steht in einem Bereich von 1.750 bis 2.500 U/min bereit.

Wer viel Leistung vom V40 fordert und sportlich unterwegs ist, darf sich selbstverständlich nicht über höheren Durst wundern. Im Durchschnitt errechnete der Bordcomputer bei der Testfahrt sechs Liter, Volvo gibt mit der sogenannten Geartronic einen Verbrauch von vier Litern an.

Während die Motoren überzeugen, hapert es ein wenig an der assistierenden Elektronik. So fiel uns die Verkehrszeichenerkennung eher negativ auf. Fährt man aus der Ortschaft raus und düst bereits längst über Schnellstraßen oder die Autobahn, leuchtet im Display teilweise noch länger eine rot-umrundete 50 und irritiert den Fahrer. Eher belustigend ist die weibliche Stimme des Navigationssystems, die partout nicht „Köln“ oder „Maastricht“ korrekt aussprechen will und nach „Küln“ oder „Mast-Tricht“ lotst.

Von diesen Kleinigkeiten abgesehen, fühlt sich der Fahrer im V40 gut behütet. Die Basisvariante des Schweden rollt vollgepackt mit Sicherheitsassistenten über die Straßen. Neben einer Rundum-Versorgung mit Luftkissen ist unter anderem immer ein Fußgänger-Airbag an Bord. Klimaanlage, Start-Stopp-System, Bremsenergie-Rückgewinnung und ein Audiopaket sind ebenfalls Standard.

Wer sich noch ein Komfort-Paket (1.300 €), Panorama-Glasdach (1.150 €), Rückfahrkamera (450 €), Schaltwippen am Lenkrad (170 €) und andere Annehmlichkeiten gönnt, treibt den Preis des V40 schnell über 45.000 Euro.

Die günstigste Möglichkeit, das Top-Aggregat der Selbstzünder im kompakten Schweden zu fahren, beginnt bei 29.880 Euro. Damit befindet er sich preislich fast schon auf Niveau der deutschen Premium-Konkurrenten. Auch der im SUV-Stil eingekleidete V40 Cross Country ist mit dem D4 erhältlich. Dann werden mindestens 31.380 Euro fällig.

Kommentare zu " Fahrbericht Volvo V40 D4: Eine schwedische Herzensangelegenheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Hein Bloed"
    Nomen est omen?

  • "Eine schwedische Herzensangelegenheit"

    Das ist doch eine Chinesen-Kiste oder?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%