Für alle Antriebsarten
Wie der ADAC seinen EcoTest neu erfindet

E-Antrieb, mit und ohne Range Extender, Plug-in-, Mild oder Full Hybrid: neue Antriebe machen es für Autokäufer schwerer, Verbräuche und Emissionen zu überblicken. Daher plant der ADAC nun eine Art Öko-Steckbrief.
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München/DüsseldorfDer ADAC will die Umweltbelastung von Elektro-, Benzin-, Diesel- und Gasautos mit einem neuen EcoTest besser vergleichbar machen. Während Autohersteller für Elektroautos als „Null-Emmision“-Fahrzeuge werben, geht beim ADAC der gesamte Schadstoffausstoß „von der Kraftstoffquelle bis zum Rad“ in die Rechnung mit ein. Daher verschärft der Club nun seinen EcoTest und arbeitet ab sofort mit einem erweiterten Prüfverfahren, das jetzt eines der weltweit härtesten Umwelttests für Neufahrzeuge darstellt.

Der Grund für die Verschärfung: Gerade neue Antriebsformen machen es für Autokäufer immer schwerer, den Überblick über den tatsächlichen Verbrauch und die Umweltverträglichkeit von Fahrzeugen zu behalten. Für die nach dem neuen Verfahren geprüften Fahrzeuge erhält der Autokäufer jetzt einen umfassenden Steckbrief auf Grundlage realistischer Verbrauchswerte und Umweltbewertungen bis hin zur Anzahl der ausgestoßenen Partikel. Auch die Frage nach der Energiequelle wird beantwortet.

 

Und mit den neuen, schärferen Testkriterien, kam ein Aha-.Effekt daher: Die ersten beiden Elektroautos, die nach der neuen Methode getestet wurden, sind der Volvo C30 Electric und der Renault Fluence Z.E. Expression. Beide Autos verfehlen mit vier Umweltsternen die Höchstwertung von fünf Sternen, da der Verbrauch durch zu hohe Ladeverluste negativ beeinflusst wird. Auch weil ein großer Teil des Stroms in Deutschland aus Kohle gewonnen werde, verfehlten die beiden Stromer eine Bestnote, erklärte Sprecher Christian Buric am Donnerstag in München.

 

Anders als bei sogenannten Umweltlisten oder Systemanalysen, prüft der ADAC die Serienfahrzeuge mit eigenen Messungen. Er verlässt sich nicht auf die Verbrauchsangaben der Fahrzeughersteller und geht in praxisnahen Abgastests deutlich über die bestehende Gesetzgebung hinaus. Bisher wurden mehr als 1.300 Fahrzeuge geprüft. Die neue Methode benutzt strengere Maßstäbe bezüglich des CO2-Ausstoßes. Außerdem wird auch der Schadstoffausstoß (HC, CO, NO) von Fahrzeugen untersucht.

Und: Im neuen Prüfverfahren wird nicht nur die Masse an Rußpartikeln kontrolliert, sondern auch deren Anzahl. Durch die Betrachtung „Well-to-Wheel“ wird der gesamte Prozess des Energieverbrauchs „von der Kraftstoffquelle bis zum Rad“ aufgeführt. Damit erhält der Verbraucher jetzt eine noch bessere Bewertung der tatsächlichen CO2-Emission eines Fahrzeugs.

Die Forderung des Clubs an die Hersteller: Die bestehenden technischen Möglichkeiten bei der Abgas- und Verbrauchsreduzierungen noch besser ausgeschöpfen und weiterentwickeln.

So funktioniert der neue ADAC EcoTest (pdf)


Demzufolge sollten die Autohersteller künftig mehr Fahrzeuge mit Flüssig- und Erdgas-Antrieb anbieten. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Fahrzeugarten im Vergleich mit anderen das Potenzial zu besonders hoher Umweltfreundlichkeit besitzen“, sagte die ADAC-Expertin Sonja Schmidt. Würden alle Belastungen von der Förderquelle des Kraftstoffs bis zur Nutzung auf der Straße berücksichtigt, schnitten Flüssig- und Erdgas-Fahrzeuge besonders gut ab.

Für Verbraucher müsse jedoch gewährleistet werden, dass diese auch weiter die „freie Auswahl“ zwischen den verschiedenen Antriebsformen hätten, forderte Schmidt. Nur durch das Nebeneinander der Antriebsformen werde sichergestellt, dass die Autoindustrie an deren bestmöglicher Effizienz und Umweltverträglichkeit arbeite.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt Online / Redakteur
Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse)
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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