Geschichte einer langen Entwicklung
Elektro-Autos: Die lautlosen Hoffnungsträger

Die Rettung rollt lautlos und elektrisch - darauf läuft derzeit im Zusammenhang mit dem Auto alles hinaus. Denn während die Hersteller noch versuchen, sich durch die aktuelle Krise zu lavieren, wird auch überlegt, wie die Zukunft des Automobils aussehen könnte.

dpa/tmn HAMBURG. Nachdem einst über Wasserstoff und Brennstoffzellen als Alternative nachgedacht wurde, scheint man sich nun für den Einsatz von Elektromotoren entschieden zu haben. Doch obwohl auf den Automessen immer wieder derartige Prototypen vorgestellt werden, ist es noch ein langer Weg, bis das elektrische Auto eine Selbstverständlichkeit auf den Straßen sein wird.

Die Suche eines Interessenten nach einem Elektroauto für den täglichen Einsatz dürfte derzeit meist ergebnislos enden: Als groß lässt sich das Angebot in diesem Bereich wahrlich nicht bezeichnen. So hat das Unternehmen Mindset aus der Schweiz zwar ein ungewöhnlich geformtes Familienvehikel präsentiert. Doch die Finanzierung des Projekts ist ebenso wie ein Serienstart ungewiss. Schlagzeilen hat auch die US-Marke Tesla mit ihrem elektrisch betriebenen Roadster gemacht: Den gibt es sogar schon zu kaufen - Preise um die 100 000 Euro garantieren jedoch einen absoluten Exotenstatus.

Bei den Großserienherstellern findet sich meist nichts rein Elektrisches, sondern nur eine übersichtliche Anzahl von Hybridmodellen - also solchen Autos, die einen herkömmlichen Motor und eine elektrische Energiequelle kombinieren. Erfolgreichstes Beispiel ist der Prius von Toyota, auch Honda hat mit dem Insight Ähnliches im Angebot. "Faktisch gibt es derzeit kein reines Elektroauto aus der Großserienproduktion", sagt Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg (Bayern).

Welchen Stellenwert Autos mit elektrischem Antrieb haben, zeigt eine Prognose des Automobilforschers Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen: "Wir gehen für das Jahr 2009 von etwa 13,5 Mill. verkauften Autos in Europa aus. Davon werden 80 000 Fahrzeuge einen rein elektrischen oder einen Hybrid-Antrieb haben - das entspricht einem Marktanteil von 0,5 Prozent."

Das liegt aber nicht an einem mangelnden Interesse der Autofahrer, sondern neben der allgemeinen Kaufzurückhaltung auch an der Verfügbarkeit. Denn dass die Menschen sich sehr wohl für das lautlose Fahren interessieren, zeigt zum Beispiel ein kleines Pilotprojekt von BMW und dem Stromanbieter Vattenfall: Die Firmen wollen in Berlin eine Testflotte von 50 Elektro-Minis auf die Straßen schicken - und suchten dafür Teilnehmer, die sich mit den Autos durch die Großstadt wagen wollten. Als Nutzungsgebühr wurde eine Summe von monatlich rund 400 Euro verlangt. Am Ende hatte man laut BMW-Sprecher Andreas Klugescheid deutlich über 700 Bewerber für die 50 Autos.

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