„Grüne“ Autos vor Serienreife
Peugeot setzt auf die Brennstoffzelle

Brennstoffzellen gelten als eine der aussichtsreichsten Techniken für die Autos von morgen. Peugeots „Partner H2O-Origin“ hat solch einen Antrieb und schafft damit eine Strecke von rund 300 Kilometern - und das nahezu geräuschlos. Interessenten müssen sich jedoch noch gedulden: Eine Serienfertigung hat Peugeot nicht vor 2015 geplant.

CARRIÈRES-SOUS-POISSY. Wer in Peugeots „Partner H2O-Origin“ einsteigt, dem fällt neben dem Kontrollmonitor an der Mittelkonsole ein scheinbar defekter Drehzahlmesser auf. Denn die Nadel verharrt selbst im Stand bei „80“. Beim zweiten Blick entpuppt sich das Instrument als Ladestandsanzeige der Batterie: Der umgebaute Kleintransporter fährt mit Strom, den die Bordbatterie aus einer Brennstoffzelle bezieht. Vollgetankt mit 2,7 Kilogramm Wasserstoff schafft der Wagen nahezu geräuschlos eine Strecke von 300 Kilometern.

Brennstoffzellen gelten als eine der aussichtsreichsten Techniken für die Autos von morgen. Die Zellen produzieren Strom per chemischer Reaktion: Wasserstoff wird unter Zufuhr von Sauerstoff zu Wasser, dabei entsteht Wärme und elektrische Energie – aber kein Abgas oder Lärm. Die großen Konzerne arbeiten seit Jahren an der Technik: Honda verkauft erste Autos mit Brennstoffzellen, Mercedes testet 100 Fahrzeuge im Praxisbetrieb. Die Massenfertigung ist noch bei keinem Hersteller angelaufen. Peugeot steckt derzeit noch in der Phase der Prototypen.

„Wegen der hohen Kosten glauben wir nicht an eine Serienfertigung vor 2015 oder 2020“, sagt Olivier Salvat, Vizechef der Forschungsabteilung von PSA Peugeot Citroën. Für die chemische Reaktion in den Zellen sind teure Platin-Membrane nötig. „Wir müssen die Kosten mindestens um den Faktor zehn mindern“, sagt Salvat, sonst sei selbst an Kleinserien nicht zu denken. Ein Prototyp kostet heute 500 000 Euro. Zudem ist die Lebensdauer der Zellen noch unbefriedigend: Sie reicht für maximal 2 000 Stunden aus, das sind etwa 100 000 Kilometer. Das Ziel sind 5 000 Stunden.

Ähnlich wie Mercedes hat sich Peugeot bei der Lagerung des Wasserstoffs für Drucktanks entschieden, die den Treibstoff mit einem Druck von 700 bar komprimieren. Für 500 Kilometer Reichweite sind so nur 125 Liter Wasserstoff nötig. Bei einem Druck von 350 bar wären es 210 Liter. Eine Flüssiglagerung mit aufwendiger Kühlung haben die Franzosen wegen Sicherheitsrisiken verworfen.

PSA setzt zudem auf Hybrid-Technik. Die Hauptenergie zieht der Wagen aus der Batterie, die sich auch an der Steckdose aufladen lässt. Die Zelle verlängert mit ihrer Energie die Reichweite der Batterie – das sogenannte „Range Extender“-Konzept. Der Vorteil: Die Zelle ist kleiner und kostet weniger.

Derzeit arbeiten die Franzosen an ihrem siebten Prototypen. Basis des Wagens ist kein pummeliger Kleinlaster mehr, sondern ein 307 CC Cabriolet. Die Brennstoffzelle unter der Motorhaube leistet 20 Kilowatt, in den Tanks mit 700 bar Druck finden vier Kilogramm Wasserstoff Platz. Die Lithium-Ionen-Batterien, die der Hersteller Saft beisteuert, bringen es auf 15 Kilowatt pro Stunde. Damit kann der Wagen, der im ersten Halbjahr 2009 vorgestellt werden soll, mehr als 400 Kilometer zurücklegen.

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