Hyundai i40 cw im Handelsblatt-Test
Eine schöne Alternative für den Alltag

Man(n) muss nicht traurig sein, wenn man keinen Passat-Dienstwagen bekommen hat. Solange es ein Hyundai i40 geworden ist. Der Korea-Kombi punktet bei Design und Ausstattung. Doch Motor und Fahrwerk lassen Wünsche offen.
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DüsseldorfSchlechte Nachricht von Hyundai: „Sie dürfen mit Ihrem Testfahrzeug nicht auf die Rennstrecke“, heißt es, man bekommt das schriftlich. Die gute Nachricht: Man möchte das gar nicht. Der Wagen ist ein 4,77 Meter langer Kombi mit genügsamem 1,7-Liter Turbodiesel, vollgepackt mit Komfort-Extras. Wer würde damit rasen?

Härter getroffen hätte mich ein Besuchsverbot im örtlichen Bau-, Super- oder Getränkemarkt, wo der Hyundai i40 cw stets eine gute Figur macht. Das moderne, sehr eigenständige europäische Design des Koreaners spricht offenbar auch Fahrer von Konkurrenzmodellen namens Variant, Sports Tourer, und Turnier an, wie mir deren häufige und stets aufmerksame Seitenblicke verraten.

Zwar sorgt der mindestens 25.540 Euro teure Wagen mit seinen 1.719 Liter Ladevolumen nicht für Menschenaufläufe wegen seiner Optik. Aber er hebt sich doch deutlich aus der Masse der nützlichen Lademeister ab. Sein Design kommt mir so knusperfrisch vor wie die morgendlichen Brötchen vom Bäcker, obwohl er nun schon seit drei Jahren auf dem deutschen Markt unterwegs ist.

Was im Hyundai-Sprech Fluidic-Sculpture-Design heißt, meint: Die Silhouette ist nicht nur einfach langgestreckt, sie bekommt eine besondere Dynamik durch zwei auffällig ausgeprägte Sicken, die sich von der A- bis zur C-Säule erstrecken. Die obere steigt steiler an als das schmaler werdende Fensterband und geht sogar in die Heckleuchten über. Das Dach neigt sich zum Heck deutlich ab und mündet in einen schönen, weil nicht zu aufdringlichen Spoiler.

Auffällig außerdem für einen Kombi: Wie besonders flach und stämmig das ganze Fahrzeug auf den Breitreifen sitzt, das wirkt schon im Stand richtig sportlich. Beim metallicblauen Testwagen werten ein riesiges, schwarzes Panorama-Glas-Schiebedach und die sehr dunkel getönte Privacy-Verglasung die dynamische Optik weiter auf.

Wer diesen Kombi zum ersten Mal bewusst im Detail betrachtet, wird wohl um ein leise erstauntes „Wow!“ nicht herumkommen, das als Lob natürlich Peter Schreyer gebührt, dem Deutschen, der das Design der koreanischen Marken Hyundai und Kia verantwortet, und nach eigenen Worten „Autos für die ganze Welt entwirft“.

Die erfreulichen Anblicke setzen sich innen fort: Frontpassagiere empfängt eine weit ausladende Armaturenbrettlandschaft mit enormer Bautiefe. Sie lässt die nach vorn abfallende Motorhaube ganz aus dem Blick des Fahrers verschwinden, der erste Eindruck ist: großzügige Geräumigkeit. Das Lenkrad scheint auffallend tief zu sitzen, aber Sitzposition und Verstellmöglichkeiten sind stimmig.

Den guten Eindruck unterstützen wertige Materialien, viel sauber verarbeitetes, schwarzes Leder und angenehme Softtouch-Kunsttoffe. Dazu kommt eine sehr umfassende Serienausstattung, mit der die Importmarke schon seit vielen Jahren ebenso erfolgreich wirbt, wie mit ihrer 5-Jahres-Garantie.

Die Botschaft ist klar: Wer Vergleichbares bei einem deutschen Hersteller erwerben möchte, wird enorme Aufschläge auf den Basispreis hinnehmen müssen. So finden sich im Hyundai-Kombi beispielsweise dreistufig regulierbare Sitzkühlungen als Ergänzung der Popoheizung für die Vordersitze. Das bieten sogar viele andere in der Oberklasse nicht an.

Im Stand wäre somit geklärt: Das Fahrzeug braucht sich hinter der wirklich starken Konkurrenz auf keinen Fall zu verstecken, dieser „Laster“ mit reichlich Raum auf allen fünf Plätzen bietet Lifestyle auch ohne Premium-Aufschlag. Und der in 2012 und 2013 in seiner Klasse zum Firmenauto des Jahres gewählte Wagen eilt vielen Wettbewerbern optisch weit voraus.

Kommentare zu " Hyundai i40 cw im Handelsblatt-Test: Eine schöne Alternative für den Alltag"

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  • Ich habe mal für unseren Mercedes-Club exakt dieses Auto mit einem 230TE von 1982 verglichen - weil die beiden von den Leistungsdaten und den Ausmaßen bis auf den Zentimeter identisch sind. Kriterien waren Wartungsfreundlichkeit, Ladevolumen, Übersichtlichkeit. Bis auf den Verbrauch (10 Liter Benzin zu ca. 7 Liter Diesel) war der 230TE in allen Punkten besser, obwohl ich auch noch damals teure Sonderausstattungen wie ABS dazugerechnet habe. Gar nicht einrechnen darf man Ersatzteilpreise oder Reifen - da würde der Hyundai noch mehr ins Hintertreffen geraten.
    Angesichts dessen muß man sich fragen, wo über 30 Jahre (!) automobiler "Fortschritt" geblieben sind. Wer sich dafür interessiert, kann an den VfW123 schreiben...
    Wenn die Tester des Handelsblatts was wären, würden sie diesen Test mal nachstellen - ohne die bei mir sicherlich gefärbte Alt-Benz-Brille. Ich wäre gespannt, was dabei rauskäme.

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