Porsche Macan S im Handelsblatt-Test
Einer, der Staub aufwirbelt

Der neue Porsche Macan macht Träume für viele fast erschwinglich. Und das Beste: Wer einsteigt, hat nicht ausgeträumt. Ist der kleine Bruder des Cayenne endlich so eine Art Volksporsche?
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DüsseldorfMein Porsche – mein Traum. Und 60.000 Euro ist eine Summe, die zwar eine Menge ist, für ein Traumauto aber geradezu überschaubar klingt. Für knapp 58.000 Euro Listenpreis gibt es einen von diesen Porsche Macans. Ein Modell S. Inklusive ein paar Extras und abzüglich ein bisschen Rabatt – das ganze wirkt erschwinglich. Ist der Macan endlich so eine Art Volksporsche? Ich habe mich hineingesetzt. Los geht‘s.

Und zwar zügig. Mein weißer Macan S schafft es in 5,4 Sekunden von null auf 100. Dabei lassen sich Fahrwerk und Getriebe in drei Stufen abstimmen: Normal ist das, was bei anderen sportlich ist. Sportlich ist das, was andere als „am Limit“ bezeichnen würden. Und die dritte Stufe, die supersportliche, ist von Beschleunigung, Handling und Sound her das, was zumindest solche wie mich, die nie in einem Formel-1-Wagen gesessen haben, als Rennwagen-Feeling auffassen. Macht Spaß.

Es macht Spaß, den anderen das rundliche Heck zu zeigen. Es beeindruckt mich, dass nichts rutscht, quietscht oder am Lenkrad zerrt, sondern, dass dieser Wagen aus der Gattung der SUV, die an sich doch einen ungünstigen Schwerpunkt haben, sich im Sport-Modus fährt wie der ICE zwischen Köln und Frankfurt: Höchstgeschwindigkeit auf Schienen. Obwohl, ICE bin ich auch noch nie selbst gefahren.

Ich mag es, von den Beschleunigungskräften ins schwarze Leder gepresst zu werden. Und klar: Der Hinguckfaktor ist hoch. Der Macan ist noch funkelnagelneu im Straßenbild. Und jeder andere Autofahrer, der nur ein bisschen Benzin im Blut hat, sieht bei dem Porsche, der von vorne wie ein Cayenne daherkommt, genau hin, um zu erkennen, dass es sich hier möglicherweise ums neueste Objekt seiner Begierde handelt.

Der Macan wirbelt Staub auf. Das gilt auf der Straße, das gilt im Kopf. Auf der Straße lässt er zumindest seine SUV-Konkurrenten alt aussehen. Der BMW X3 – ja, den bin ich schon gefahren – er wirkt wie Omas alter Hackenroller gegen dieses Geschoss. Der Seitenhalt der Sitze lässt sich individuell auf den Fahrer einstellen, das konnte mein BMW nicht.

Überhaupt ist dieses nervige Gefummel mit den Händen unten am Sitz kein Thema im Macan. Dort, wo wir uns bei anderen Modellen entweder die Hände klemmen, das Uhrarmband abreißen oder den Ring verlieren, dort lassen sich im Porsche ohne Verrenkungen Knöpfe ertasten, die schon von der Form her erkennen lassen, wofür sie gut sind: der lange Waagerechte zum waagerechten Sitz verschieben, der aufrechte Senkrechte für die Lehne. Die Bedienung des Autos ist auch ansonsten intuitiv.

Schade nur, dass offenbar nicht alle Knöpfe in die Mittelkonsole passten. Der Ausschalter für den Abstandpiepser ist unterm Dach. Dort sucht ihn sicher keiner, weswegen ihn auch keiner findet. Wer kleinlich ist, vermisst auch die hinteren Frischluftdüsen.

Wer nicht so denkt, sagt sich: Mitfahrer kommen beim Porsche sowieso ins Schwitzen, und das sollte der Hersteller auch nicht künstlich verhindern. Die Kopffreiheit für den Fondspassagier mit Standardmaß 1,80 Meter ist knapp bemessen, die hinteren Fenster lassen sich nicht vollständig im Türrahmen versenken. Dafür lässt sich das Glasschiebdach soweit öffnen, das solche, die nie ein Cabrio gefahren sind von Cabrio-Feeling schwärmen werden – zu denen gehöre ich aber nicht.

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