Tesla S P85D im Handelsblatt-Autotest
Mit 700 PS durch Deutschland stromern

700 PS, 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, 400 Kilometer Reichweite – mit dem Modell S P85D will Tesla einmal mehr zeigen, dass Elektromobilität auch Spaß machen kann. Ob das gelingt, zeigt unser Langstrecken-Test.
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BerlinLangstreckenreisen mit dem Elektroauto ohne lästige Sorgen um die Reichweite – das verspricht Tesla mit seinem Netzwerk von Schnellladestationen entlang der europäischen Fernstraßen. Rund 150 dieser sogenannten Supercharger gibt es bislang in Europa, etwa 35 davon in Deutschland.

Ein Tesla Modell S, so verspricht der Hersteller, „tankt“ an solch einer Ladestation in 30 Minuten genügend Strom für bis zu 270 Kilometer Wegstrecke – für Tesla-Kunden übrigens kostenlos. Sieht so die schöne neue Elektrowelt aus? Wir haben es ausprobiert – vier Tage lang unterwegs quer durch Deutschland mit dem jüngsten Tesla-Flaggschiff, dem gut 100.000 Euro teuren S P85D.

Tag 1

Schön ist die neue Elektrowelt in der Tat, zumindest wenn sie in Gestalt eines Tesla S daherkommt. Doch nicht nur seine äußere Erscheinung, auch die Leistungsdaten machen Lust aufs Reisen im Elektroauto: Zwei Motoren spendieren insgesamt 700 PS, die das gut zwei Tonnen schwere Gefährt in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

Wer sich allzu häufig solche Sprints gönnt und zudem auch gerne im Bereich der – abgeregelten – Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern unterwegs ist, muss allerdings die Reichweitenanzeige im großen Display im Auge behalten. Bei sportlicher Fahrweise schrumpft die von Tesla versprochene Reichweite von bis zu 480 Kilometern deutlich zusammen.

Mir stehen am Morgen meines ersten Reisetages laut Display noch rund 270 Kilometer zur Verfügung, nach einigen Sprinttests am Vorabend. Das sollte locker reichen für die erste Etappe meiner Tour. Auf dem Programm steht die Strecke Berlin – Düsseldorf, eine Route, die mir sehr vertraut ist.

Weil ich zudem schon vorab geklärt habe, dass auf dem Weg drei Supercharger-Stationen auf mich warten, bleibt das Navi des Tesla aus. Es würde mich ansonsten brav von Ladestation zu Ladestation leiten und mir vor Ort gleich ausrechnen, wie lange ich am Kabel hängen müsste, um die nächsten Supercharger zu erreichen.

Erster Zwischenstopp auf Höhe Magdeburg: Auf einem Autohof stehen vier rotweiße Säulen mit dem Tesla-Logo, die Bedienung ist so simpel wie bei einer klassischen Zapfsäule. Während mein Testwagen gierig Energie in sich hineinsaugt, starre ich neugierig auf einen Artgenossen, einen Tesla S mit niederländischem Kennzeichen, der in die Ladebucht neben mir rollt. An Bord eine vierköpfige Familie; man kommt schnell ins Gespräch – eine Erfahrung, die ich an jeder Ladestation mache, an der ich andere Tesla-Fahrer treffe.

Für die vier Niederländer sind Fernreisen mit dem Tesla längst alltäglich geworden, auch wenn es in einigen Regionen Europas noch an entsprechender Infrastruktur fehle. Aber gerade in Deutschland sei das Supercharger-Netz bereits reisetauglich. Klingt für meine weitere Tour doch vielversprechend, denke ich, während ich den Tesla vom Kabel nehme.

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