HCCI verbrennt bei niedrigerer Temperatur
Forscher bauen sauberen Dieselmotor

Berliner Forscher arbeiten an einem neuen Brennverfahren, um Dieselmotoren für PKW noch sauberer zu machen. Ein erster Prototyp des so genannten HCCI-Motors existiert bereits. HCCI steht für „Homogeneous Charge Compression Ignition“.

hsn DÜSSELDORF. „Darunter verstehen wir ein neues Verbrennungsverfahren, bei dem der eingespritzte Kraftstoff im Brennraum verdampft und sich vor der Zündung weitgehend homogen mit der Verbrennungsluft mischt“, sagt Helmut Pucher, Professor für Verbrennungskraftmaschinen an der TU Berlin.

Bisher erreicht der Kraftstoff im Brennraum eines normalen Dieselmotors nicht überall die erforderliche Durchmischung, um mit der Luft schadstoffarm zu verbrennen. Dadurch entstehen an manchen Stellen im Brennraum sehr hohe Verbrennungstemperaturen, bei denen sich die schädlichen Stickoxide bilden. Im HCCI-Motor liegt die Verbrennungstemperatur deutlich niedriger als im herkömmlichen Dieselmotor, der Spitzen von über 2 000 Grad Celsius erreichen kann.

„Um den Verbrennungsprozess zu regeln, nutzen wir unter anderem die Abgasrückführung“, erläutert Pucher. Der Vorteil: Bei relativ geringer Motorlast, wie sie im Stadtverkehr benötigt wird, werden die Werte für Stickoxide deutlich gedrückt.

Der HCCI-Motor stellt erhöhte Anforderungen an die Sensorik und die Motorsteuerung, denn die Verbrennung muss in jeder Phase des Motorbetriebs optimal ablaufen. „Dazu brauchen wir neue Steuerkonzepte“, erklärt Pucher. Um die Forschungen weiter voran zu treiben, bewilligte die Technologiestiftung Berlin dem beteiligten Konsortium jetzt rund 2,2 Millionen Euro. Neben Unternehmen wie der Berliner IAV GmbH, dem auch die Konsortialführung obliegt, sind zwei Forschergruppen der Technischen Universität (TU) Berlin beteiligt. Das Projekt ist auf 18 Monate angelegt.

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