Hyundai i40
Angriff auf den Passat

Hyundai wagt den Sprung in die Mittelklasse. Mit dem i40 greifen die Koreaner den Dienstwagen-König VW Passat an. An einen Import-Wagen aus Asien erinnert nur noch wenig, wie SEBASTIAN SCHAAL festgestellt hat.
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LarvikDie Mittelklasse ist die Dienstwagen-Klasse. Mehr als die Hälfte der im sogenannten D-Segment zugelassenen Fahrzeuge werden von Firmen und Selbstständigen gekauft und genutzt. Ab September will auch Hyundai im Flottengeschäft verstärkt mitmischen. Der neue i40 soll gegen Passat und Co auf Kundenfang gehen. Mit ihm will Hyundai seine Flotten-Verkäufe von 35 auf 45 Prozent ausbauen.

Dazu gehen die Koreaner einen ungewöhnlichen Weg: Während normalerweise von einem Modell erst die Limousine und dann der Kombi auf den Markt kommt, dreht Hyundai den Spieß um. Bei Dienstwagen ist viel Laderaum gefragt. Um dieser Zielgruppe zu entsprechen rollt im September zuerst die Kombi-Variante zu den Händlern, die Limousine folgt im Spätherbst. Handelsblatt Online ist den Kombi bereits gefahren.

Von außen auf Passat-Niveau

Allein schon ein Blick auf die Abmessungen der Karosserie zeigt, an welchem Auto sich die Entwickler von Hyundai orientiert haben. Die Länge von 4,77 Metern, die Breite von 1,815 Metern und die Höhe von 1,47 Metern gleicht dem Platzhirsch aus Wolfsburg, die maximale Abweichung beträgt einen halben Zentimeter. Einzig beim Radstand gibt es einen nennenswerten Unterschied, hier hat der i40 ganze sechs Zentimeter mehr zu bieten. Die Mitfahrer auf der Rückbank wird die zusätzliche Beinfreiheit erfreuen.

Fließende Linien und Sicken prägen das Design, gerade die Seitenlinie ist schön anzuschauen. Zwar wirkt das sportlich abfallende Heck dynamisch, kostet aber Kofferraumvolumen. Mit 553 Litern muss man sich beim i40 zufrieden geben. In einen Passat passen bei aufrechten Sitzlehnen rund 50 Liter mehr, mit umgeklappter Rückbank liegen aber beide wieder nahezu gleichauf.

Auch die Übersicht nach hinten profitiert nicht gerade von der flachen Heckscheibe. Das hat man auch bei Hyundai erkannt, ab der Ausstattungslinie "Style" sind Einparksensoren vorne und hinten Serie. In der Einstiegs-Version können die Sensoren nur in dem "Trend"-Paket für 1.310 Euro nachgerüstet werden.

Wem das noch nicht genug ist: Erstmals ist auch ein vollautomatischer Einparkassistent erhältlich. Dieser kostet im Technik-Paket 1.970 Euro Aufpreis und ist nur mit der Top-Version "Premium (mindestens 31.140 Euro) kombinierbar.

Diesel Top, Benziner Flop

Bei Dienstwagen ist ein Dieselmotor die logische Wahl. Beim i40 wird einem die Entscheidung praktisch bereits abgenommen. Selbst der stärkere Benziner mit 177 PS kommt nicht so richtig in die Gänge, dem Motor fehlt es an Durchzug. Die Leistung wird zwar gleichmäßig über das Drehzahlband verteilt, aber frühes und spritsparendes Hochschalten wird so unmöglich. Das war auch bei einer ersten Testfahrt spürbar. Bei mäßiger Fahrweise über Landstraßen lag der Verbrauch im Schnitt über elf Litern Superbenzin. Ökologisch und ökonomisch nicht auf der Höhe der Zeit.

Anders sieht es bei den Dieselmotoren aus. In der "blue"-Version verbraucht der kleinere der beiden Diesel mit 116 PS laut Werksangaben 4,3 Liter, der größere (136 PS) 4,5 Liter. Gerade der stärkere Diesel überzeugt: Nach einer leichten Anfahrschwäche liegt ab 2.000 Umdrehungen das maximale Drehmoment von 330 Newtonmetern an. So ist in diesem Drehzahlbereich auch im hohen Gang ein angenehmes Vorankommen möglich. Zu der Motorcharakteristik passt auch die 6-Gang-Automatik (1.400 Euro), die sanft die Gänge wechselt. Ab Werk sind alle Motoren mit einer 6-Gang-Handschaltung kombiniert.

Kommentare zu " Hyundai i40: Angriff auf den Passat"

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  • Sieht ordentlich aus - wie der Durchschnitt eben. Was soll nur das Geschwür an der Heckklappe?

  • Bei 0,2 L Verbrauchsunterschied rechnet sich die Blue-Variante nicht nach 1.500 km, sondern nach dem Hundertfachen, hier 142.857 km. Verdammte Kommastellen :-)

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