Kontrollsysteme
Sensoren überwachen den Reifendruck

Ein zu geringer Luftdruck verursacht 80 Prozent aller Reifenpannen und führt häufig zu Unfällen. Reifendruckkontrollsysteme könnten die Sicherheit erhöhen, sie sind aber noch verbesserungsbedürftig. Daher entwickeln Automobilzulieferer eine neue Generation von Warnsystemen, die zuverlässiger ist und Autos gleichzeitig sparsamer und sicherer macht.

BERLIN. Herzstück des neuen Kontrollsystems bei Continental ist ein sieben Gramm schweres Sensormodul, das an der Innenseite der Reifenlauffläche befestigt ist, zahlreiche Daten sammelt und an die Fahrzeugelektronik sendet, wie zum Beispiel den Reifentyp, das Herstellungsdatum, den empfohlenen Fülldruck oder die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und Traglast.

"Heutige Sensoren wissen nichts von den Reifen", sagt Peter Säger, Projektleiter Reifendruckkontrollsysteme bei Continental Automotive Systems. Durch die zusätzlichen Informationen könnten das automatische Bremssystem (ABS) und das ESP-System, das durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder dem Schleudern in Kurven gegensteuert, noch besser wirken. "Weiß das ABS, welche Art Reifen montiert sind, könnte der Bremsweg beispielsweise bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern um bis zu einen Meter kürzer ausfallen", sagt Säger.

Erste Fahrversuche haben außerdem gezeigt, dass auch die Antischleudertechnik ESP präziser funktioniert, wenn sie vom Reifen mit Informationen wie Fülldruck, Temperatur sowie der Achs- und Radlastverteilung versorgt wird - was durch die Montage des Sensors an der Reifeninnenseite erst möglich wird.

"So können sich die Fahrerhilfssysteme an die jeweilige Beladung optimal anpassen", sagt Säger. Das ist vor allem bei LKWs von Vorteil, denn durch die Erfassung der Radlasten ist es möglich, eine verrutsche Ladung zu erkennen, die oft zu Unfällen führt", erklärt der Entwickler. Überdies ließen sich die Informationen aus dem Reifen für eine optimale Leuchtweitenregulierung der Scheinwerfer und die Steuerung der Stoßdämpfer nutzen.

Weiterer Vorteil der neuen Lösung: "Der Sensor sitzt in einer speziellen Halterung, die dauerhaft mit der Innenseite des Reifens verbunden ist, wodurch sich bei der Montage neuer Reifen die Module umstecken lassen", so Säger. Teurer als heutige Systeme soll das neue Reifendruckkontrollsystem nicht sein. Eine Kleinserie ist für kommendes Jahr geplant, mit der Markteinführung sei spätestens Anfang 2010 zu rechnen. Bis dahin müssen Fahrer auf Hergebrachtes zurückgreifen.

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