KTM 1290 Super Duke R
Unwiderstehlicher Druck aus der Mitte

Spätestens als die Eckdaten durchsickerten, war klar: Die neue Super Duke stellt nicht nur den Gipfel dieser KTM-Baureihe dar. Vielmehr beansprucht die neue Herzogin als potentes Naked Bike die Krone der Landstraße.
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Estepona/SpanienKTM legt mit der neuen 1290 Super Duke R die Messlatte für sportlich orientierte Naked Bikes ein deutliches Stück höher. Dafür haben die Entwickler den 75-Grad-V-Motor aus dem Superbike RC8R deutlich weiterentwickelt. Den Hubraum des LC8-Triebwerks erhöhten sie durch mehr Bohrung und Hub auf 1.301 ccm. Mit elektronischem Motormanagement, Ride-by-Wire-Funktion, Doppelzündung und zylinderselektiven Kennfeldern pumpt der Vau nicht weniger als 180 PS Spitzenleistung und brachiale 144 Newtonmeter maximales Drehmoment auf die Kurbelwelle.

Trotz der für ein Naked Bike gewaltigen Motorleistung lag der Entwicklungsfokus auf einem drallen Drehmomentverlauf mit maximaler Verwertbarkeit. Und das ist beeindruckend gelungen. Schon ab 3.000/min macht die Maschine gewaltige Kräfte locker, nur um danach unbändig voranzuschieben – der Druck aus der Mitte macht diesen Vau-Zwo unwiderstehlich.

Dabei geht ihm die Drehfreude keineswegs ab, im Gegenteil: Seinen Tatendrang bremst der Drehzahlbegrenzer erst bei 10.050/min sanft ein.

Über die elektronische Ride-by-Wire-Drosselklappenbetätigung stehen drei Fahr-Modi zur Verfügung, die dem Motor unterschiedliche Charaktere bescheren: "Street" und "Sport" mit maximaler Leistung und entsprechend kraftvollem Leistungseinsatz sowie "Rain" mit 74 kW/100 PS Maximalleistung und sanfterer Leistungscharakteristik.

Zusätzlich lässt die mit den Mappings verknüpfte schräglagenabhängige Traktionskontrolle MTC unterschiedlich viel Antriebsschlupf zu. Im "Sport"-Modus radiert die KTM fette schwarze Striche am Kurvenausgang, die kontrollierten Power-Slides des Hinterrads lassen den Motor sein volles Potenzial entfalten.

In allen Modi fällt die Gasannahme sehr weich und direkt aus, fast Vierzylinder-artig, auch die Vibrationen halten sich in erträglichen Grenzen. Nur bei längerem Leerlauf im Stand stört die große Wärmeentwicklung des Aggregats ein wenig. Insgesamt erfolgt das gesamte Geschehen so kontrolliert und beherrschbar, dass der Fahrer zwischendurch einen Blick auf den Tacho werfen sollte, um nicht in führerscheingefährdendem Tempo unterwegs zu sein.

Zum Wohlfühl-Arrangement trägt auch das Fahrwerk mit dem klassischen KTM-Stahl-Gitterrohrrahmen und Federelementen aus dem Hause WP bei. Der nur 9,2 Kilogramm schwere Gitterrohrrahmen sorgt für eine gute Stabilität auch jenseits von 240 km/h. Die Upside-Down-Gabel und das Zentralfederbein liegen beim Grundsetting eher auf der sanften Seite, lassen sich aber mannigfaltig justieren.

Ein Lenkungsdämpfer beruhigt die durch das brachiale Drehmoment häufig himmelwärts strebende Front. Auf der Landstraße gefällt die ausgeprägte Handlichkeit der leichten 1290er - sie meistert Wechselkurven spielerisch.

Mit akkurater Lenkpräzision sticht sie in alle möglichen Radien und erlaubt auch Korrekturen in tiefer Schräglage. Ein Gutteil des Fahrverhaltens geht auf die neuen Dunlop SportSmart2-Pneus mit runder Kontur am Vorderrad und griffiger Gummimischung zurück.

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Supermoto-Funktion für knackige Drifts

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