Preissturz
Günstige Batterien machen E-Autos bezahlbarer

Elektroautos sollen bis 2015 weitaus günstiger werden als bisher. Möglich wird das durch eine drastische Senkung der Batteriepreise, die General Motors und dem Elektronikkonzern LG gelungen ist.
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Bisher waren Batterien für Elektroautos sehr teuer und E-Mobile darum kaum konkurrenzfähig. Doch nun ist es der amerikanischen Opel-Mutter General Motors (GM) gemeinsam mit dem koreanischen Elektronikkonzern LG gelungen, die Batteriepreise drastisch zu senken. Bis 2015 würden sie sich halbieren; gleichzeitig verdopple sich die Leistungsfähigkeit, sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke, der bis zum Frühjahr Entwicklungschef von GM war. Dies komme einer Viertelung der heute geltenden Preise gleich. Damit sei schon jetzt absehbar, dass auch Elektrofahrzeuge preiswerter würden. Einen Termin wollte Stracke jedoch nicht nennen. Auch Manager von BMW schätzen, dass Batterien für Elektroautos künftig erheblich günstiger zu bekommen sind. Zuletzt seien die Einkaufspreise doppelt so stark gesunken, wie die Konzernstrategen zuvor kalkuliert hatten.

Den drastischen Preisverfall belegt auch eine bisher einzigartige Studie zur Zukunft des Autoantriebs. Die Studienautoren der Unternehmensberatung McKinsey erhielten Einblick in die Konzern- pläne von Volkswagen, BMW, Daimler, Toyota, Ford, Honda, GM, Hyundai, Kia, Nissan und Renault. Auch ein Dutzend weiterer Unternehmen beteiligte sich an der Untersuchung, darunter Shell, Total, EnBW, Vattenfall, Air Liquide, Linde und Nordex.

Das Ergebnis: Elektro- und Wasserstoffautos sind in 15 Jahren günstiger als herkömmliche Fahrzeuge. Bis 2020 sinken die Kosten für den Batterieantrieb um 80 Prozent, die für den Wasserstoffantrieb sogar um 90 Prozent. Herkömmliche Benziner oder Selbstzünder werden schon in den kommenden Jahren zum Auslaufmodell. In zehn Jahren sollen 80 Prozent der mittleren oder großen Neuwagen einen Hybridantrieb besitzen, so die Studie.

GM und LG wollen künftig nicht nur bei Batterien zusammenarbeiten, sondern komplette Elektroautos entwickeln. Bisher bietet GM den elektrogetriebenen Chevrolet Volt an, das in großen Teilen bei Opel entwickelt wurde. Opel verkauft von Herbst an das baugleiche Modell Ampera und ist damit der erste deutsche Autohersteller mit einem Großserien Elektroauto. Der viersitzige Ampera wird rund 43.000 Euro kosten und verfügt über einen Elektroantrieb, der für eine Strecke von 60 Kilometern reicht. Zusätzlich kann ein Benzinmotor Strom erzeugen und so die Reichweite auf insgesamt 500 Kilometer vergrößern. Opel liegen nach eigenen Angaben schon 6.000 Bestellungen für den Ampera vor. Für 2012 peilt der Autobauer inzwischen 12.000 Verkäufe an. GM rechnet mit 60.000 verkauften Volt. 

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