Reifen-Special
Reifenwechsel nicht auf die lange Bank schieben

Mit dem Wechsel von Sommer- auf Winterreifen sollten Autofahrer nicht zu lange warten. Die Temperaturen werden zunehmend kälter und sinken nachts vielerorts bereits unter den Gefrierpunkt, in manchen Regionen Süddeutschlands hat es schon geschneit. Gerade bei kalten Temperaturen sowie auf vereisten und schneebedeckten Straßen sind Winterreifen den Sommerausführungen nach Angaben des ADAC überlegen.

dpa/tmn MÜNCHEN. Auf folgende Punkte sollten Autofahrer nach Empfehlungen des Automobilclubs beim Wechsel achten:

Wechselzeitpunkt: Empfohlen wird ein möglichst früher Umstieg, um nicht von Wintereinbrüchen überrascht zu werden. Außerdem ist dann meist noch problemlos ein Werkstatttermin zu bekommen. Auch die Reifenauswahl ist zu Saisonbeginn am größten - für den Fall, dass ein neuer Satz angeschafft werden muss. Generell ist der Wechsel in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Mitte November am sinnvollsten. Winterreifen sollten bis Ostern gefahren werden.

Profiltiefe: Die Straßenverkehrsordnung (Stvo) schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Aus Sicherheitsgründen sollten aber keine Winterreifen mehr montiert werden, die weniger als vier Millimeter Profil haben. Unter dieser Grenze ist mit deutlich schlechteren Fahreigenschaften zu rechnen - vor allem verlängert sich der Bremsweg und der Grip auf Eis und Schnee lässt merklich nach.

Reifenalter: Weil Winterreifen mit der Zeit aushärten und dadurch ihre winterspezifischen Hafteigenschaften verlieren, sollten sie nicht länger als acht Jahre gefahren werden. Erkennbar ist das Alter an der sogenannten DOT-Nummer auf der Reifenflanke: Die ersten beiden Ziffern der vierstelligen Nummer geben die Woche, die beiden letzten das Jahr des Herstellungsdatums an. Die DOT-Nummer "1 206" steht somit für das Herstellungsdatum "12. Kalenderwoche des Jahres 2006".

Montage: Am einfachsten ist es, Winterreifen von einer Kfz-Werkstatt oder einem Reifenhändler montieren zu lassen. Viele Händler bieten auch einen Einlagerungsservice an. Wer die Winterräder in Eigenregie "umsteckt", muss bei laufrichtungsgebundenen Reifen auf die Laufrichtung achten. Ist das Reifenpaar auf der Antriebsachse stärker abgefahren, können die Reifen achsweise getauscht werden. Korrodierte Radmuttern, Radinnenseiten und Radträger können mit einer Drahtbürste gesäubert werden. Auf keinen Fall sollten Autobesitzer die Radmuttern ölen oder fetten. Ebenso ist beim Anziehen Brachialgewalt tabu. Besser ist es, die Muttern mit einem Drehmomentschlüssel und dem vom Autohersteller empfohlenen Anzugsmoment über Kreuz anzuziehen.

Reifendruck: Der für Winterreifen empfohlene Reifendruck kann von dem für Sommerreifen abweichen. Die Daten lassen sich in der Betriebsanleitung des Autoherstellers nachlesen. Der Wert sollte eingehalten werden, da zu hoher und zu niedriger Luftdruck die Reifen erheblich in ihren Wintereigenschaften beeinträchtigen können.

Höchstgeschwindigkeit: Winterreifen sind in Geschwindigkeitsklassen (z.B. "T" für bis zu 190 km/h) eingeteilt. Ist die zugelassene Höchstgeschwindigkeit des Reifens niedriger als die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, darf nicht schneller gefahren werden, als auf dem Geschwindigkeitsindex des Reifens angegeben. Ansonsten drohen Reifenschäden.

Gesetzliche Vorschriften: Eine generelle Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland zwar nicht. Die Stvo schreibt allerdings für die jeweilige Witterung geeignete Reifen vor: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen." Reifen werden zur Ausrüstung des Fahrzeugs gezählt. Bei Missachtung drohen 40 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Bei einem Unfall mit Sommerreifen auf verschneiten Straßen kann außerdem der Kaskoschutz in Gefahr sein - die Versicherung könnte das dem Versicherten als grob fahrlässiges Verhalten auslegen.

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