Rekordumsätze mit Autoteilen und Service
Immer mehr gefälschte Ersatzteile im Umlauf

Das Geschäft mit den Neuwagen in Deutschland lahmt - dennoch gibt es im Kfz-Gewerbe zufriedene Gesichter. Grund ist das kräftige Umsatzwachstum in dem immer wichtiger werdenden Service- und Teilegeschäft.

HB FRANKFURT. In diesem Bereich erwartet das deutsche Kfz-Gewerbe in diesem Jahr eine Zunahme von fünf Prozent auf den Rekordwert von 27 Mrd. Euro, wie Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk vor Journalisten in Frankfurt am Main aus Anlass der bevorstehenden weltgrößten Teilemesse Automechanika erklärte.

„Es gibt einen Run auf das Servicegeschäft, dort wird mittlerweile das Geld verdient“, sagte Hülsdonk. Dagegen bleibt das Geschäft mit neuen und gebrauchten Autos hinter den Erwartungen zurück. „Dem privaten Käufer ist das Sparschwein lieber als ein neues Auto“, stellte der Bundesinnungsmeister fest.

Sorgen macht der Branche die zunehmende Zahl gefälschter oder raubkopierter Teile. Experten gehen davon aus, dass zehn Prozent der Ersatzteile in Europa gefälscht sind, was den Unternehmen Umsatzeinbußen bringe und die Verkehrssicherheit gefährde. Erstmals wird die Automechanika in diesem Jahr eine groß anlegte Kampagne gegen die Produktpiraterie starten.

Dagegen bereitet das Thema Schwarzarbeit den Werkstätten keine allzu großen Bauchschmerzen mehr. Das Gewerbe schätzt, dass der Umsatzverlust, der den Meisterbetrieben durch so genannte Bekanntschaftshilfe und Schwarzarbeit in diesem Jahr entsteht, 2005 bei rund drei Mrd. Euro lag. Tendenz abnehmend: 2004 waren es noch 3,9 Mrd. und 2003 4,3 Mrd. Euro. Der Grund: Die Autos sind technisch mittlerweile so kompliziert, dass ohne Laptop und spezielle Instrumente eine Reparatur in einer Hinterhofgarage kaum noch möglich ist. „Die Technologie ist unser Freund“, sagte Hülsdonk. Dennoch bleibt die Schwarzarbeit „unser größter Wettbewerber“.

Kritik übte das Kfz-Gewerbe an den Herstellern. Zum einen sei deren Zahlungsmoral beispielsweise bei Garantiearbeiten schlechter geworden. Zum anderen komme es immer häufiger vor, dass die Autohändler einfach unbestellte Wagen oder Teile auf den Hof gestellt bekämen, sagte Hülsdonk.

Die Zahl der meist kleinen und mittelständischen Betriebe im deutschen Kfz-Gewerbe nimmt weiter ab. Aktuell zählte der Zentralverband des Gewerbes 40 500 Betriebe, vor fünf Jahren lag die Zahl noch um gut 5 000 höher. Auch die Beschäftigtenzahl geht ständig zurück: Hatten vor fünf Jahren noch 514 000 Menschen ihren Arbeitsplatz in der Branche, sind es inzwischen nur noch 468 000.

Die Fachmesse Automechanika mit den Schwerpunkten Autoteile und Systeme, Zubehör und Tuning sowie Werkstatt- und Tankstellenausrüstung öffnet vom kommenden Dienstag bis zum 17. September ihre Tore. In diesem Jahr hat sich nach Angaben der Frankfurter Messe die Rekordzahl von 4 658 Ausstellern angemeldet. Erwartet werden rund 160 000 Fachbesucher aus aller Welt.

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