Rückrufe in Serie
Sind Autos qualitativ schlechter geworden?

Spätestens seit dem erneuten Debakel bei Toyota drängt sich vielen Autofahrern der Verdacht auf, dass die Qualität der Autos sinkt. Bei Rückrufen müssen schnell mal Millionen Wagen in die Werkstätten. Doch sind unsere heutigen Autos wirklich schlechter als die unserer Väter? Der Knackpunkt ist häufig die moderne Elektronik.
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dpa/HB NEW YORK/DÜSSELDORF. Und schon wieder Toyota: Als ob klemmende Gaspedale und rutschende Fußmatten nicht schon schlimm genug fürs Image gewesen wären, musste der japanische Weltmarktführer kürzlich schon wieder 1,5 Millionen Autos wegen möglicherweise austretender Bremsflüssigkeit und ausfallender Benzinpumpen in die Werkstätten zurück. Zwar sind im konkreten Fall nur wenige deutsche Autofahrer betroffen, doch die weltweiten Rückrufzahlen lassen auch sie aufhorchen: Schlampen die Hersteller, weil sie noch bei der kleinsten Schraube sparen müssen? Oder ist das alles nur Einbildung?

"Man darf von Toyota nicht auf die gesamte Autoindustrie schließen", sagt Autoexperte Christoph Stürmer vom Wirtschaftsforschungsinstitut IHS Global Insight. Der japanische Weltmarktführer habe sich lange Zeit damit gerühmt, ein neues Modell mit nur 20 Prozent neuer Teile bauen zu können. Entsprechend seien viele Teile über Modell-Generationen in den Wagen verbaut worden. "Ein Auto ist aber mehr als die Summe seiner Teile."

Autos werden wieder unheimlich

Die Quittung dieser Strategie bekam Toyota um den Jahreswechsel, als der Hersteller mehr als acht Millionen Autos wegen immer der gleichen Probleme zurückrufen musste, vor allem in den USA. Vermeintlich beschleunigten die Wagen von selbst. "Autos werden wieder unheimlich", titelte damals das "Wall Street Journal" und verwies auf die Frühzeit des Automobils.

Im Nachhinein stellte sich bei Toyota zwar heraus, dass die Fahrer zumeist selbst schuld waren, weil sie das Brems- mit dem Gaspedal verwechselten, doch bei vielen Autofahrern bleibt ein ungutes Gefühl zurück.

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  • Von Rückrufen auf die Qualität zu schliessen ist etwas abwegig....
    Zum ersten werden die Autohersteller vor allem in den USA wie noch nie gezwungen sicherheitsrelevante Vorkommnisse zu melden und ggf. in der Produktreihe zu beheben - was auch gut so ist!!! in Deutschland ist die Produkthaftung diesbzgl. so, dass ein Mensch nichts wert ist.

    Die Qualität von Motoren und Getrieben hat bzgl. Haltbarkeit allerdings deutlich nachgelassen - Ende der 90er wurden die bESTEN Motoren und Getriebe gebaut - wahrscheinlich waren die zu gut.

    Aber im Fall Autogas-Umrüstungen sieht man schon, dass moderne Motoren einfach nur Schrottmaterial verbaut haben - Autos aus den 90ern halten das locker aus.

    Desweiteren sind heutige Fahrzeuge nicht mehr wirklich zu reparieren - es müssen immer ganze Module ausgetauscht werden was die Rechnung in astronomische Höhen schnellen lässt - und dann schauen die Hersteller dumm, wenn der mittlerweile abgeklärte und aduleszente Kunde keinen der modernen Kisten mehr kaufen will - geschweige denn mangels höheren Nettolöhnen kaufen kann?

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