Schwachpunkt: ESP fehlt serienmäßig
Honda entdeckt die neue Mitte

Mit dem Kompaktvan FR-V entdeckt Honda sein Herz für Kinder. Dank eines vorderen Mittelsitzes kann klein wie groß immer sehen, wo es lang geht.

FRANKFURT. Die Sitzverteilung im Auto war praktisch zementiert: Mama und Papa saßen vorne, der Nachwuchs fuhr auf der Rückbank mit. Doch allmählich scheint auch diese scheinbar starre Ordnung aufzubrechen. Honda nämlich bringt am 15. Januar nächsten Jahres den FR-V auf die deutschen Straßen. Ein Modell, das sich durch seine neuartige Sitzkonfiguration auszeichnet. Während andere Kompaktvans entweder fünf Plätze in zwei oder sieben Plätze in drei Reihen anbieten, ist der FR-V ein Sechssitzer mit je drei Plätzen in zwei Reihen. Es entsteht quasi eine neue Mitte im Auto.

Und die ist sehr flexibel: Der Mittelplatz vorne lässt sich um 27 Zentimeter und der hintere Mittelsitz um 17 Zentimeter verschieben. Je nach Fixierung der Sitze können sechs Erwachsene bequem reisen – oder aber eine Ein-Kind-Familie komplett in der ersten Reihe sitzen. „Welches Kind sitzt nicht gern vorn?“ fragt Honda-Sprecher Alexander Heintzel und er weiß, dass dieses Kind wohl erst noch geboren werden muss. „Family-Happiness“, sei ein zentrales Entwicklungsziel beim FR-V gewesen.

Was eher Mama oder Papa erfreuen dürfte: Auch in der zweiten Reihe ist Flexibilität Trumpf. Mit jeweils einem Handgriff lassen sich die drei hinteren Einzelsitze so nach unten und vorne wegklappen, dass ein Dreisitzer mit völlig ebenem und sehr großem Laderaum entsteht. Bis zu 1600 Liter fasst das Gepäckabteil dann (als Sechssitzer sind es immerhin noch 439 Liter). Damit ist der FR-V im besten Sinn ein Familienauto.

Zum Verkaufsstart im Januar werden zwei Benzinmotoren zur Verfügung stehen, ein 1,7-Liter-Vierzylinder mit 125 PS und ein 2-Liter-Vierzylinder mit 150 PS; im Sommer soll ein 2,2-Liter-Diesel mit 140 PS folgen.

Während alle Modelle über sechs Airbags (der Beifahrer-Frontairbag deckt auch den mittleren Vordersitz mit ab), ABS und elektronische Bremskraftverteilung verfügen, gibt es ESP nur für die beiden stärkeren Motorvarianten - ein Schwachpunkt des ansonsten recht vernünftig ausgestatteten Basismodells. Denn serienmäßig fährt jeder FR-V mit Klimaanlage, Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern, zweifach verstellbarem Lenkrad sowie Radio mit CD-Spieler vor.

Honda pocht zwar darauf, mit dem FR-V, das Kürzel steht übrigens für Flexibel Recreational Vehicle, ein ganz neues Konzept auf die Räder gestellt zu haben, doch wurde die Idee der sechs Sitze in zwei Reihen bereits beim Fiat Multipla verwirklicht, der kürzlich komplett renoviert vorgestellt wurde. Die Unterschiede zwischen beiden Autos sind gering: Der Multipla ist zwanzig Zentimeter kürzer als der FR-V, dafür aber breiter und höher; das Ladevolumen beider Modelle ist nahezu identisch. Die gravierendsten Differenzen gibt es beim Design (das ist Geschmacksache) und beim Preis: Die Japaner verlangen für den FR-V mindestens 20 400 Euro, der Multipla ist gut 3000 Euro billiger.

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