Test + Technik
Sommerfahrzeuge richtig einmotten

Schnee und Salz sind Gift für Lack und Leder. Zwar sind moderne Fahrzeuge mit aufwendigem Korrosionsschutz gegen den Winter immun. Doch für viele Oldtimer, Cabrios und andere Liebhaberfahrzeuge ist es bald Zeit für den Winterschlaf.

dpa/gms -LANGEN/HANNOVER. Schnee und Salz sind Gift für Lack und Leder. Zwar sind moderne Fahrzeuge mit aufwendigem Korrosionsschutz gegen den Winter immun. Doch für viele Oldtimer, Cabrios und andere Liebhaberfahrzeuge ist es bald Zeit für den Winterschlaf.

Bevor die klassischen Sommerfahrzeuge allerdings auf Dauer eingemottet werden, raten Experten zu einer automobilen Wellness-Anwendung. So sollte nach Empfehlung des Adac in München die letzte Fahrt vor der Winterpause zur Waschanlage führen, wo der Wagen inklusive Unterboden- und Motorwäsche gereinigt wird. Außerdem sollte man den Innenraum säubern, bei einem Cabrio das Verdeck gemäß den Anweisungen des Herstellers pflegen und Fuß- oder Kofferraummatten entfernen.

Auf dem Rückweg sollte man zudem bei der Tankstelle vorbei fahren, um den Frostschutz aufzufüllen, rät die in Mainz erscheinende Fachzeitschrift „Oldtimer-Markt“. Ebenfalls gegen Frostschäden geschützt werden sollte die Scheibenwaschanlage. Ein Glycerinstift hält laut Adac die Gummidichtungen geschmeidig.

Ob auch noch einmal vollgetankt werden sollte, ist umstritten. „Zwar galt früher die Devise: Ein voller Tank rostet nicht“, sagt Peter-David Göhr, Sprecher des Allgemeinen Schnauferl Clubs (ASC) aus Langen (Hessen). „Doch sind die neuen Kraftstoffe mit ihren Additiven so aggressiv, dass der Wagen auf Dauer doch Schaden nehmen könnte.“ Wer den Wagen dennoch voll getankt abstellen will, sollte zumindest einen speziellen Stabilisator zusetzten.

„Das Wichtigste aber ist die richtige Wahl des Winterquartiers“, sagt ASC-Sprecher Göhr. „Die Garage muss auf jeden Fall gut gelüftet sein, damit sich durch die Temperaturunterschiede möglichst wenig Kondenswasser bildet“, rät der Sammler und empfiehlt zusätzlich eine Luftentfeuchtung. Das müssten keine teuren Geräte sein. Genauso wirkungsvoll seien ein paar kleine Eimer mit einem Silicatsalz, die für etwa 15 Euro im Baummarkt verkauft werden. Außerdem empfiehlt er, die Fenster zwecks besserer Lüftung einen Spalt geöffnet zu lassen - allerdings nicht zu weit, damit keine Tiere in den Wagen kriechen.

Wichtig vor dem Winterschlaf ist laut Thomas Firmery auch die „Fußpflege“. So rät der Ingenieur der Sachverständigenorganisation KÜS in Losheim am See (Saarland), den Luftdruck vor dem Abstellen um etwa 0,5 bar zu erhöhen. „Außerdem vermeidet man so genannte Standplatten, wenn man den Wagen den Winter über aufbockt“, sagt der Experte. Allerdings ist Vorsicht geboten: „Bei Autos mit Drehstabfedern, wie sie etwa der VW Käfer hatte, geht die Federwirkung verloren, wenn man die Drehstäbe dauerhaft entlastet.“

Häufig diskutiert wird auch die Frage, ob das Auto unter einer Plane besser durch den Winter kommt. Darauf hat Göhr eine klare Antwort: Nein. „Zwischen Plane und Auto kommt es durch Luftzug immer mal zur Reibung, so dass Staub und Schmutzpartikel am Lack scheuern“. Eine Staubschicht dagegen sei auch Schutz, der im Frühjahr problemlos wieder abgewaschen werden könne.

Doch auch wenn das Auto gut gepflegt in der Garage parkt, ist der Besitzer nicht von seiner Sorgfaltspflicht befreit. So muss die zuvor ausgebaute Batterie alle sechs Wochen geladen werden, damit sie im Frühjahr noch funktioniert.

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