Tuning
Wenn der „böse Blick“ zur Auto-Stillegung führt

Tiefergelegt und dicke Reifen: mancher Autobesitzer päppelt sein Fahrzeug kräftig auf. Doch dafür gelten strenge Regeln. Wer sich nicht daran hält, riskiert die Betriebserlaubnis und hohe Strafen. Was geht, verrät der Blick in die Montageanleitung.
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dpa/tmn LANDSBERG. Viele Autohersteller bemühen sich um möglichst große Vielfalt. Fiat zum Beispiel erlaubt beim Modell 500 rein rechnerisch 549 000 Ausstattungskombinationen - sämtliche Varianten bei Stoffen, Oberflächen, Lackierung und Extras berücksichtigt. Doch manchem Halter reicht das immer noch nicht: Das Gefährt wird dann getunt. Dafür investierten Autofahrer im Jahr 2009 allein in Deutschland satte 4,3 Mrd. Euro. Doch Vorsicht: Manche Modifikation führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis.

Wenn das Gummi beim Einlenken am Radkasten schleift oder der in der Szene beliebte "böse Blick" den Lichtkegel des Scheinwerfers verändert, droht die Stilllegung.

Generell gilt: Tuning-Teile benötigen ein Prüfzeugnis - dazu zählen die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), ein Teilegutachten (TGE), eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) und die EG- beziehungsweise ECE-Genehmigung. Amtlich genehmigt sein müssen laut Paragraf 22a der Straßenverkehrszulassungsordnung (Stvzo) Scheinwerfer, Bremsleuchten, Blinker oder auch Scheiben, Reifen und Sicherheitsgurte. Liegt kein Prüfsiegel vor, erlischt die Betriebserlaubnis, warnt das Kraftfahrtbundesamt.

Bei den Teilegutachten gilt laut TÜV Nord eine Sonderregel: Werden Tuningteile mit Teilegutachten eingebaut, müssen amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfingenieure sich von der richtigen Montage überzeugen. Die Bestätigung darüber sollten Autofahrer wie andere Genehmigungen immer bei sich haben. "Wenn die Spur durch Reifen verbreitert wird, ist die Abnahme durch eine Sachverständigenorganisation wie TÜV oder Dekra notwendig", nennt Hubert Paulus vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg ein Beispiel. Zudem müsse der Halter die Veränderung bei der Zulassungsstelle eintragen lassen. Abnahme- und eintragspflichtig sind auch Leistungssteigerungen des Motors sowie Änderungen am Fahrwerk.

Hält sich der Tuning-Freund nicht an die Regeln und ist er zum Beispiel mit blauer Beleuchtung an Bord unterwegs, stehen teils saftige Strafen an - diese Farbe ist Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten vorbehalten. Eine Ordnungswidrigkeit ist die Inbetriebnahme eines derart getunten Wagens immer - je nach Schwere des Falls drohen Bußgelder von mehreren tausend Euro, Punkte in Flensburg und die Stilllegung des Fahrzeugs sowie die Einziehung beanstandeter Teile.

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