Vernetzung wichtiger Komponenten
Schnell und sicher durch die Kurve

Sie versprechen mehr Fahrspaß und weniger Risiko: Mit neuen Systemen, die alle für das Fahrverhalten wichtige Komponenten vernetzen, werden Autos agiler und lassen sich schneller durch Kurven lenken. Die Elektronik rund ums Fahrwerk hat sogar bereits die Kompaktwagen erreicht.

BERLIN. Sportlich ambitionierten Fahrern ist manch modernes Auto zu brav, weil es immer sicher um Kurven zirkelt und das Fahrwerk ein Tick zu langweilig ist. Ein kleiner Drift um die Ecke, mehr Härte und eine direkte Lenkung wäre schon schön. Auf Sicherheit und Komfort wollen sie aber trotzdem nicht verzichten. Ein rein mechanisches Fahrwerk kann diesen Spagat nicht leisten. Deshalb werden zunehmend alle an der Fahrdynamik beteiligten Komponenten eines Autos vernetzt und je nach individuellen Vorlieben gesteuert.

Ein solches System wurde beispielsweise von Bosch und BMW entwickelt. Mit ihm ist der X5 serienmäßig ausgestattet. Motorsteuerung und Bremsregelsystem ESP sind hier miteinander verbunden. Wer mit dem Auto schnell in eine scharfe Kurve fährt, bei dem wird die Motorleistung angehoben und gleichzeitig das kurveninnere hintere Rad leicht abgebremst. So erhält das kurvenäußere Rad mehr Kraft, so dass der Wagen sicherer und schneller vorankommt. Außerdem verringern sich so die Lenkkräfte.

Das DWT-B-System - steht für "Dynamic Wheel Torque Control by Brake" - basiert vor allem auf ESP, das etwa beim ruppigen Ausweichen durch Eingriff in die Motorleistung und Abbremsen einzelner Räder verhindert, dass das Auto ausbricht. "Das Bremsregelsystem Ausgangspunkt für zahlreiche neue Funktionen, die die Fahrdynamik und die Agilität eines Fahrzeugs weiter steigern", sagt Werner Struth, Vorsitzender des Bereichsvorstands "Chassis Systems Control" bei Bosch.

Nachteilig am ESP war bisher, dass es eine sportliche Fahrweise eher behindert, da gebremst statt beschleunigt wird. Zulieferer ZF geht daher noch einen Schritt weiter: "Wir heben mit unserem Konzept den Zielkonflikt zwischen Komfort und Fahrdynamik auf, indem wir auf Fahrerunterstützung statt Bremseingriff setzen", sagt ZF-Technologiesprecher Thomas Wenzel. Das Ganze nennt sich dann "Intelligent Wheel Dynamics" und funktioniert so: Aktive Systeme im Antrieb, in der Lenkung und im Fahrwerk werden vernetzt und gemeinsam gesteuert, so dass das Drehmoment variabel an der Hinterachse verteilt werden kann.

Dafür sorgt das neue Vector-Drive-Hinterachsgetriebe, welches das Antriebsmoment dosiert und aufgrund von Sensormessungen individuell auf die Räder verteilt. "So wird der Fahrer unterstützt und nicht ausgebremst. Das Fahrzeug kann komfortabel, sicher und dynamisch zugleich sein", unterstreicht Wenzel.

Eine weitere Zutat für mehr Fahrspaß bei weniger Risiko ist die Aktivlenkung, die mittlerweile auch in kleineren Autos wie dem Golf oder der A- und B-Klasse von Mercedes zu finden ist. Aktive Lenkungen sind elektrische Servolenkungen, die den Lenkwinkel des Autos korrigieren, wenn das ESP erkennt, dass der Fahrer zu viel oder zu wenig einschlägt, um gut durch die Kurve zu kommen.

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