Yamaha MT-09 im Test
Auferstanden aus Ruinen

Lange war es ruhig bei Yamaha, mehr als kleine Modell-Retuschen waren meist nicht drin. Doch jetzt geht der Motorradhersteller in die Vollen: Die neue MT-09 bietet 115 PS unter 8.000 Euro – ein Bestseller mit Ansage.
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Es sah nicht gut aus bei Yamaha: Zum Saisonstart 2013 war die Modellpalette des einstigen Zulassungs-Königs nicht gerade auf dem neuesten Stand. In wichtigen Segmenten, in denen die Konkurrenz kräftig absahnte, waren die Motorräder mit den drei Stimmgabeln im Logo einfach nicht auf der Höhe der Zeit.

Egal ob bei den in Deutschland wichtigen Reise-Enduros vom Schlag einer BMW R 1200 GS, den prestigeträchtigen Superbikes oder dem aufstrebenden Segment der Naked Bikes, Yamaha rollte hinterher. Einzig die XJ6, ein günstiges und zuverlässiges Pendler-Bike, kam in Deutschland noch auf nennenswerte Stückzahlen.

Doch dann kam die Modellflut.

Innerhalb weniger Wochen präsentierten die Japaner eine Neuheit nach der anderen. Den Anfang machte die MT-09, ein Naked Bike mit 115 PS und – ungewöhnlich für ein japanisches Motorrad – mit einem Dreizylinder-Motor. Schlag auf Schlag folgten die preiswerte MT-07 mit 75 PS, der Cruiser XV950 und die Wiedergeburt des Retro-Einzylinders SR400. Es schien fast so, als habe sich Yamaha das Modelljahr 2013 fast komplett gespart und alles auf 2014 gesetzt.

Von den neuen Modellen schlug besonders die MT-09 ein. Das aufregend designte Naked Bike mit 115 PS bei 188 Kilo fahrbereitem Gewicht ersetzt die etwas blutleer wirkende FZ8 – und das zu einem Kampfpreis von 7.995 Euro mit ABS. Ein Bestseller mit Ansage.

Kein Wunder, dass die MT-09 am Jahresbeginn auf Rang 2 in der Zulassungsstatistik lag, nur geschlagen von der übermächtigen BMW GS. Gut, die ein oder andere Händler-Zulassung wird dabei gewesen sein. Dennoch kann Yamaha derzeit gar nicht so viele MTs nach Europa verschiffen wie die Kunden bestellt haben. Wer heute einen Kaufvertrag unterschreibt, bekommt seine MT-09 frühestens im Spätsommer. So sehen Sieger aus.

Ein Naked Bike mit Dreizylinder? War da nicht was? Richtig, Triumph setzt seit Jahren bei der Street Triple und der größeren Speed Triple auf einen Drilling und fuhr damit bei Vergleichstest einen Sieg nach dem anderen ein. Der Motor kombiniert das hohe Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen von Zweizylindern mit der Drehfreude und Laufruhe von Vierzylindern. Heraus kommt ein wunderbarer Landstraßen-Motor.

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