Bruns Breitseite
Den Finanzplatz Deutschland stärken!

Trotz Eurokrise und dem nahen Jubiläum der Lehman-Krise sollte die nächste Bundesregierung die Finanzbranche nicht verdammen. So können Arbeitnehmer und Anleger gleichermaßen profitieren.
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Die nächste Bundesregierung sollte die Stärkung des Finanzplatzes Deutschland zur obersten Priorität erheben. Hauptziel einer solchen Stärkung ist die Schaffung von Arbeit und Einkommen sowie die Erzeugung eines Gegengewichts zu den angelsächsisch dominierten Finanzmärkten.

Besonderer Fokus sollte dabei auf dem Ziel liegen, die Bevölkerung stärker am Produktivkapital – sprich der Wirtschaft - zu beteiligen. Spätestens seit Karl Marx sollte jedermann klar sein, dass in einer Marktwirtschaft ein Miteigentum am Produktivkapital viele Vorteile auf seiner Seite hat und deshalb anstrebenswert für alle ist. Es sei einmal daran erinnert, dass Ex-Bundeskanzler Ludwig Ehrhardt seinerzeit vom Wohlstand für alle visioniert hat. Der aber ist nur realisierbar durch Teilhabe für alle.

An dem genannten Marx´schen Gedanken hat sich in den letzten einhundert Jahren nichts geändert. Und den Deutschen hätte es gut angestanden, sich diese viel zu selten benannte Konklusion des ansonsten vergilbten Marxismus stärker anzueignen.

Dann hätten wir in den letzten Monaten weniger Statistiken lesen müssen, denen zufolge das Vermögen der Deutschen im europäischen Maßstab unterdurchschnittlich ausfällt. Die Erkenntnis, dass Geld arbeiten muss und dies auf lange Sicht nirgendwo besser geschieht als in der Wirtschaft, ist ja so sensationell eigentlich nicht.

Verblüffend ist deshalb, wie wenig die Deutschen und ihre politischen Repräsentanten von der Beteiligung an der Wirtschaft halten. Dem Hauptinstrument der Wirtschaftsbeteiligung – der Aktie – misstrauen sie. Gelenkt durch unkundige Politiker und verwirrte Medien hat sich in den letzten sechzig Jahren in Deutschland eine unglaubliche Vermögensfehlallokation ergeben. Und es sieht überhaupt nicht darnach aus, als ob sich daran in der näheren Zukunft etwas ändern könnte, wenn die Sache nicht höchste politische Priorität bekommt.

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Vorsicht vor der Lebensversicherung

Kommentare zu " Bruns Breitseite: Den Finanzplatz Deutschland stärken!"

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  • Man sollte auch daran denken, dass die Bürger demnächst wieder Lebensversicherungen für die Altersversorgung brauchen nachdem die jetzigen Lebensversicherungsverträge und Altersvorsorge "für die Katz" waren bzw. von Draghi enteignet wurden.

    Was müssen sich die Politiker und das Bundesverfassungsgericht dabei denken, dass eine EZB verbotene Staatsfinanzierung betreibt, das Volk enteignet - es um das Rentensystem die Altersvorsorge beraubt?

    Ich habe kein Verständnis für die an den Tag gelegte Untätigkeit, kein Verständnis dafür, dass das Bundesverfassungsgericht sein Urteil bis nach der Wahl vertagt. Wie wir sehen, ist Gefahr im Verzug!

  • Absolut richtig, Herr Bruns.
    Marx ist heute aktueller denn je.
    Wir sind doch alle Werktätige und wollen das Produktivkapital in den Händen halten.
    Anders als zu Marx' Zeiten kann man je nach Bank schon mit relativ kleinen Beträgen wie 1000 Euro ein sinnvolles Investment tätigen.

    Ich wundere mich immer, daß die Linken die Idee noch nicht entdeckt haben. Die warten immer noch darauf, daß sie was geschenkt kriegen.
    Was wäre das für eine Welt, in der die Gewerkschaften ihre Mitglieder auf Hauptversammlungen vertreten ?

    Das mit der Angst der Deutschen vor den Kursschwankungen stimmt sicher.
    Wie gerne kaufen sich Deutsche Immobilien ? Die schwanken doch auch je nach Konjunkturlage und aus anderen Gründen und es gibt irrationale Übertreibungen. Der Unterschied ist nur, daß man den Wert des eigenen Hauses nicht in jeden Tag in der Zeitung lesen kann.

  • Zweierlei:

    * Die Beteiligung des Volkes an diesem Produktivvermögen wäre tatsächlich wünschenswert. Allerdings spüren die Menschen hierzulande, wie sehr die Kursentwicklungen letztlich irrationalen und willkürlichen Über- wie Untertreibungen unterliegen, wie sehr die Börsenkurse Spielbälle von primitivsten Rendite-Zockern sind - und wie sehr man letztlich als Laie diesen irrationalen Bewegungen ziemlich hilflos ausgeliefert ist.

    Heißt: Das Bedürfnis nach einem 'soliden Echtwert' wird hier nicht erfüllt. Und die Deutschen SIND solide, Aktienbesitz in Verbindung mit dieser Zockerkultur wird hier mentalitätsbedingt abgelehnt und immer NIESCHE bleiben.

    * Die Beteiligung wie auch Einflußnahme auf Produktivermögen macht gleichwohl sehr viel Sinn. Vernünftig halte ich hier die von manchen forcierte Idee eines 'DEUTSCHLANDFONDS', der staatlich gefördert Kleinbeiträge einsammlen könnte, die dann in (Minderheiten-)Beteiligungen inländisch angelegt werden könnten. Renditeanspruch wäre dabei nicht 'primitiv-angelsächsisch-maximiert' sondern 'nachhaltig-rechtsrheinisch-angemessen'.

    Orientieren könnte man sich dabei an bestehenden Förderungskonzepten, wie sie bspw. in Frankreich praktiziert werden.

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