25 Millionen aus der Privatkasse
Ex-Banker der Credit Suisse startet Hedge-Fonds

Yip Kay-Hay will mit einem Makro-Fonds eine Lücke im asiatischen Markt schließen – und sich dabei auf Devisen fokussieren. Zum Start Start steckt der Ex-Banker 25 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche in den Fonds.
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Hong KongYip Ka-hay, einst Devisen-Manager bei der Credit Suisse, plant einen neuen Makro-Hedge-Fonds. Dieser soll sich auf den Handel von Währungen, Zinspapieren und Aktienindizes aus Asien konzentrieren.

Yip, Gründer von Bright Stream Capital Management, will bis zu 25 Millionen Dollar eigenes Geld in den Fonds stecken. Das erklärte er im Interview mit Bloomberg. Er rechnet mit zusätzlichem Kapital von Investoren. Schon nach 18 Monaten soll der Makro-Fonds von Bright Stream auf bis zu 300 Millionen Dollar angewachsen sein.

Der 42-Jährige, zunächst bei der US-Fondsgesellschaft SAC in Asien angestellt, kehrt nach einer vierjährigen Pause in die Branche zurück. Anfang 2009 war er bei SAC von Bord gegangen und kümmerte sich fortan um eigene Investments.

„Die Leute reden viel über asiatisches Makro. Aber es gibt gar nicht so viele ausgewiesene asiatische Makro-Fonds“, sagte er. Und die wenigen Fonds, die es gebe, würden viel in Aktien handeln. „Es gibt eine Lücke für einen Fonds, der sich auf asiatische Zinsen und Währungen konzentriert.“

Makro-Hedge-Fonds hatten im vierten Quartal des vergangenen Jahres gerade einmal einen Volumen-Anteil von 1,6 Prozent unter allen asiatischen Hedge-Fonds. Das belegen Daten eines amerikanischen Branchendienstes. Weltweit jedoch kommen Makro-Fonds auf einen Anteil von 22 Prozent.

Der Eurekahedge-Index für asiatische Makro-Fonds zeigt für das erste Quartal 2013 einen Gewinn von rund 3,7 Prozent an. Der Index bildet die Entwicklung von fünf derartigen Hedge-Fonds ab. Es war das beste Quartal in drei Jahren. Makro ist nun die viertbeste Strategie unter den neun Strategien, die von Eurekahedge in Asien beobachtet werden.

Die Erwartung steigender Zinssätze und die Neubewertung von anderen Währungen im Vergleich zum Dollar werden seinen Fonds in den kommenden Jahren profitabler machen, erklärte Yip. Seiner Meinung nach steht der Dollar vor einem Wendepunkt. Das liege an der abnehmenden Abhängigkeit der USA von Öl aus dem Nahen Osten, aber auch am besseren Konjunkturausblick. „Wir werden eine Menge Neubewertungen sehen – ob nun bei asiatischen Währungen oder entwickelten Märkten“, sagte Yip weiter.

Der Ex-Banker strebt bei seinem Hedge-Fonds eine jährlich Rendite von 10 bis 15 Prozent über dem Libor an. Bis zu 30 Prozent seiner Investments sollen in Aktienindizes fließen. Der Rest wird den Plänen zufolge auf Zinsen und Devisen aufgeteilt. Yip will keine Einzelwerte handeln.

Vor seiner Zeit bei SAC war Yip unter anderem Investment-Chef für Makro-Strategien bei PMA. Die Hedge-Fonds-Firma aus Hongkong wurde 2006 von der japanischen Sparx Group geschluckt. 2007 startete er den ausgewiesenen Makro-Hedge-Fonds des Unternehmens – PMA Harvester. Unter seiner Aufsicht kam der Fonds auf eine jährliche Rendite zwischen zehn und 27 Prozent, sagte Yip.

Die japanische Währung hat in den vergangenen sechs Monaten zum Dollar rund 20 Prozent verloren. Dahinter steht wohl auch das Versprechen der Regierung, das Land aus der schon 15 Jahre andauernden Deflation zu führen. Am Dienstag verbilligte sich der Yen auf 97,75 Yen je Dollar.

Anzeichen für eine Erholung der US-Wirtschaft verbessern derweil die Aussichten für einen Zinsanstieg – das dürfte den Weg bereiten für mehr Volatilität bei den Zinssätzen und mehr Handelschancen für Makro-Manager, sagte Yip.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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