Aktien
Abenteurer kennen keine Grenzen

Spekulanten haben ein neues Steckenpferd: Aktien aus Ländern, die sich gerade erst aufwärts entwickeln. Das kleine, aber sehr riskante Anlagesegment der Grenzländer läuft glänzend, weil das Geld in Strömen fließt.
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SingapurManchmal wirkt zu viel Geld erdrückend. Der Templeton Emerging Markets Group ging das so. Denn der Spezialist für Schwellenländer-Investments hat einen Fonds, der in Märkte investiert, die ziemlich schlecht entwickelt sind. Gerade hat die Fondsgesellschaft solch einen Spezialfonds für neue Investoren geschlossen. Der Grund: Zu viel Geld von Anlegern, aber zu wenig lukrative Ziele.

Aktienindizes von Dubai bis Argentinien zählen in diesem Jahr weltweit zu den Marktbarometern, die sich am besten entwickeln. Ursache und Folge zugleich ist: Eine Rekordzufuhr von Anlagegeldern. „Das Geld kam einfach zu schnell rein”, erklärte Mark Mobius, der Executive Chairman von Templeton Emerging Markets Group, in einem Interview mit Bloomberg News in Dubai.

Seine Gruppe verwaltet rund 53 Milliarden Dollar. „Aber der Markt ist noch immer sehr fest. Und die Chancen auf längere Sicht sind noch immer sehr, sehr gut”, beurteilt Mobius die Chancen in diesem Segment. Der Templeton Frontier Markets Fund war bereits Ende Juni für neue Investoren geschlossen. Das wurde aber erst kürzlich mitgeteilt. Nur Alt-Investoren dürfen noch zusätzliche Gelder anlegen.

Fonds, die Aktien aus so genannten Grenzmärkten kaufen, verzeichneten bis Mitte September einen Zufluss von rund 3,24 Milliarden Dollar. Das zeigen Daten des Marktforschers EPFR-Global. Das ist viel Geld für dieses Segment. Es geht um Märkte, die schlecht entwickelt und schwer zugänglich sind. Die Marktkapitalisierung beläuft sich hier nur auf etwa 36 Milliarden Dollar.

Steigende Unternehmensgewinne, Dividenden und Überschüsse in der Leistungsbilanz haben Grenzländer auf der Investorenlandkarte allerdings widerstandsfähiger gegenüber Befürchtungen gemacht, die US-Notenbank könne ihre Konjunkturmaßnahmen zurückfahren.

Der MSCI-Frontier-Markets-Index verzeichnete in diesem Jahr einen Sprung von 13 Prozent, der breitere Schwellenländer-Index MSCI-Emerging-Markets-Index kam hingegen auf ein Minus von 4,4 Prozent. Dabei sind die Transaktionskosten in den kleineren, noch weniger entwickelten Schwellenländern höher, weil das Handelsvolumen relativ gering ist.

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