Am Mittwoch erste Gläubigerversammlung in Frankfurt
Phoenix-Geschädigte erwartet hitzige Debatte

Den rund 30 000 geschädigten Anlegern des Finanzdienstleisters Phoenix Kapitaldienst steht am Mittwoch eine hitzige erste Gläubigerversammlung bevor. Dazu werden rund 2 500 Anleger erwartet, die direkt im Saal "Harmonie" der Frankfurter Messe vor Ort sein werden.

scc FRANKFURT/M. Zwei Themen werden die Massen besonders bewegen: Zum einen hat Insolvenzverwalter Frank Schmitt ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem geprüft werden soll, ob Anleger bislang ausgezahlte Scheingewinne in Höhe von 110 Mill. Euro zurückzahlen müssen. Zum anderen geht es nach wie vor um die Frage, ob die Investoren lediglich Anspruch auf ihr eingezahltes Kapital oder auf die auf Kontoauszügen vorgegaukelten hohe Scheingewinne haben.

Der Fall des inzwischen insolventen Phoenix Kapitaldienstes ist der größte Anlagebetrug in der Geschichte der Bundesrepublik. Im März wurde bekannt, dass der Frankfurter Finanzdienstleister mit dem Produkt "Managed Account" rund 500 Mill. Euro von etwa 30 000 Anleger veruntreut hat. Das "Managed Account" ähnelte einem Hedge-Fonds und handelte mit Optionen auf Öl, Kaffee, Devisen oder Aktienindizes an den internationalen Terminmärkten. Zuletzt war bekannt geworden, dass der Insolvenzverwalter 232 Mill. Euro sicherstellen konnte und damit insgesamt bis zu 377 Mill. Euro an Insolvenzmasse zusammenkommen könnte. Damit wäre der Schaden für die Anleger deutlich geringer als angenommen.

Die Summe von 377 Mill. Euro errechnet sich aus den sichergestellten 232 Mill. Euro und 297 Mill. Euro, die in den letzten vier Jahren an die Anleger ausgezahlt wurden. Von diesen müssten jedoch die ursprünglich eingezahlten Anlegergelder abgezogen werden, so dass von den 297 Mill. Euro noch 110 Mill. Euro übrig bleiben würden. Hinzu kämen noch Rückforderungen an das Finanzamt und an die Erben von Firmengründer Dieter Breitkreuz, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist.

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