Angst vor weiteren Verlusten
Hedge-Fonds in Gefahr

Wieder einmal macht sich Misstrauen in der Bankenwelt breit. Dieses Mal allerdings nicht, weil die Geldhäuser milliardenschwere Abschreibungen in der eigenen Branche fürchten. Die Banker treibt vielmehr die Angst um, dass weitere Zusammenbrüche von Hedge-Fonds für hohe Verluste sorgen könnten.

LONDON. Ende vergangener Woche musste der prominente Londoner Hedge-Fonds Peloton seinen Flaggschiff-Fonds mit einem Volumen von zwei Mrd. Dollar schließen. Gestern räumte der Peloton-Chef und ehemalige Goldman-Sachs-Banker Ron Beller ein, dass sein ABS Master Fund praktisch wertlos sei. Peloton hatte sich mit Wetten am Immobilienmarkt verspekuliert.

Auch der New Yorker Hedge-Fonds Focus Capital steht vor der Liquidierung, nachdem sein Portfolio, in dem sich vor allem Investments in kleinere Schweizer Firmen befanden, 80 Prozent an Wert verloren hat. In diesem Fall geht es um ein Volumen von rund einer Mrd. Dollar.

Londoner Banker fürchten, dass Peloton und Focus keine Einzelfälle bleiben, sondern dass weitere Hedge-Fonds in eine Schieflage rutschen könnten. Gefährdet seien vor allem Fonds, die sich auf Engagements an den angeschlagenen Kreditmärkten spezialisiert hätten.

Kreditanalysten wie Willem Sels von Dresdner Kleinwort machen vor allem die Angst vor neuen Hedge-Fonds-Pleiten für den jüngsten Anstieg der Zinssätze am Geldmarkt verantwortlich. Der Satz, zu dem sich Londoner Banken untereinander Geld in Pfund für drei Monate leihen, ist seit Mitte Januar von 5,48 Prozent auf 5,77 Prozent gestiegen. Nach Einschätzung von Sels ist dies ein Zeichen dafür, dass die Geldhäuser Liquidität horten, weil der Zusammenbruch von Hedge-Fonds für neues Misstrauen in der Branche sorgt.

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